Umweltverträgliche Elektromobilitätslösungen mit erhöhter Batteriekapazität aus der Schweiz senden ein klares Signal an die Logistikbranche.

Das Thema Umwelt- und Klimaschutz ist in den Medien omnipräsent, und logistische Probleme sorgen weltweit für Schlagzeilen: höchste Zeit also für einen Durchbruch im Bereich Transport und Logistik. Elektrolastwagen mit erhöhtem Aktionsradius ermöglichen jetzt emissionsfreie Fahrten, mit weitreichenden Folgen für nachhaltige Mobilität. Hier erfahren Sie, wie Schweizer Know-how in den Bereichen Engineering und Industriedesign eine Weltneuheit in der Transportlogistik hervorbrachten.

Wegweisende Zusammenarbeit und Synergien

Die Entwicklung und der Bau von zwei vollelektrischen 40-Tonnen-Sattelzugmaschinen mit einer Batteriekapazität von je 900 Kilowattstunden (kWh) stellt eine bahnbrechende Innovation dar. Gebaut wurden die beiden Fahrzeuge von Futuricum, – der E-LKW-Marke der Designwerk Group –, in Zusammenarbeit mit Volvo Trucks. Die Transportdienstleister Galliker Transport und Friderici Special sowie der Baumaschinenvermieter Avesco Rent sind als Partner an dem Projekt beteiligt. Das Engagement dieser Unternehmen als Pionieranwender der Technologie war ausschlaggebend dafür, dass der Sprung in die Produktion gewagt werden konnte.

Das Projekt ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie vier fortschrittliche Schweizer Unternehmen durch enge Zusammenarbeit Grosses erreichen können. Dank ihrer gemeinsamen Leidenschaft für nachhaltigen Verkehr und massgeschneiderte Lösungen konnten sie erhebliche Synergiepotenziale ausschöpfen. 

Die beiden elektrischen Sattelzugmaschinen wurden im Oktober 2021 fertiggestellt. Adrian Melliger, Geschäftsführer der Designwerk Group, freut sich: «Mit der Fertigstellung und Präsentation dieser Fahrzeuge erreichen wir einen Meilenstein. Dank dem Einbau von 900 kWh Batteriekapazität vergrössern wir im Logistikbereich den Aktionsradius und ermöglichen besonders energieintensive Anwendungen wie bei Schwer- und Sondertransporten.»

Konkurrenzfähiger Aktionsradius

Die Sattelzugmaschine verfügt über eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Damit bewegt sie sich auf Augenhöhe mit Dieselfahrzeugen. Der LKW ist bereits Teil der Galliker-Flotte und kommt beim Transport von Lebensmitteln und Medikamenten zum Einsatz. Die Firma hat acht weitere Elektro-Lastwagen bei Futuricum bestellt. Einige davon sollen als Autotransporter für den Transport von E-Fahrzeugen in der Schweiz unterwegs sein!

Peter Galliker, CEO & Mitinhaber des Familienunternehmens Galliker, ist begeistert von seiner Neuerwerbung: «Futuricum hat gute Arbeit geleistet, der neue E-Truck wird unseren hohen Ansprüchen in allen Belangen gerecht. Sogar das Kühlaggregat des Aufliegers wird mit elektrischer Energie betrieben. Der hierfür benötigte Strom wird über einen achsintegrierten Dynamo erzeugt und ist somit 100% CO2-neutral.» 

Preis für energieeffiziente Kehrichtabfuhr

Kehrichtlastwagen machen sich durch viel Lärm und Dieselgestank unangenehm bemerkbar. Die Firma Designwerk hat erkannt, dass die schweren Nutzfahrzeuge und ihre Stop-and-Go-Touren ein ideales Einsatzgebiet für den Elektroantrieb sind. In einem dreijährigen Projekt mit dem Bundesamt für Energie entwickelte sie den 26-Tonnen-Elektrolastwagen Futuricum Collect 26E, der mit dem Watt d’Or 2020 ausgezeichnet wurde. Im Vergleich zu Dieselfahrzeugen stösst dieser LKW über einen Lebenszyklus von 500’000 Kilometern im Durchschnitt nur ein Fünftel der CO2-Emissionen aus. Gleichzeitig ist er geräuschärmer, ausser bei schneller Beschleunigung.

Heute steht dieser in vier Schweizer Städten auf leisen Sohlen und CO2-frei im täglichen Einsatz. Zwar noch rund doppelt so teuer wie die Dieselmodelle, aber im Betrieb um 80% günstiger. Mittlerweile hat die Designwerk Products AG die Serienproduktion aufgenommen und will künftig noch weitere Anwendungsnischen für schwere elektrische Nutzfahrzeuge erschliessen.

Blick in die Zukunft

Diese Lösungen werden nun auch in Deutschland, Österreich und Skandinavien eingeführt, ein Technologietransfer, der positive und weitreichende Folgen für die Umwelt haben wird.

Da die mangelnde Reichweite von Elektrofahrzeugen nun kein Hindernis mehr darstellt, liegt der Schwerpunkt auf der Bereitstellung einer effizienten und hochverfügbaren Infrastruktur für diese Fahrzeuge. Futuricum treibt seine Forschung auf diesem Gebiet weiter voran, insbesondere was den Aufbau von Ladestationen und die Entwicklung von Speicherlösungen angeht. In Vorbereitung ist das Projekt eines Hochleistungsladers – eine Zwei-Megawatt-Ladelösung für das Schnellladen elektrischer Nutzfahrzeuge, die am Schweizer Nutzfahrzeugsalon in Bern vorgestellt werden soll.

Dank der Elektromobilität blickt die Logistikbranche optimistisch in die Zukunft!
 

Schlüsselzahlen:

  • 2 Elektrolastwagen
  • je 40 Tonnen 
  • 4 Partnerunternehmen
  • 900 Kilowattstunden (kWh) Batteriekapazität

Fotocredits: im Artikel benannte Unternehmen

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