Vorhang auf für den RTX

Elektrisches Tanklöschfahrzeug kurz vor Auslieferung an das Los Angeles City Fire Department.

Rosenbauer hat in den letzten Wochen den ersten RTX für den nordamerikanischen Feuerwehrmarkt aufgebaut. Das Fahrzeug ist bestimmt für das Los Angeles City Fire Department und wurde gemeinsam mit dem LAFD entwickelt, wobei die „Kern-DNA“ mit dem RT nach europäischer Norm ident ist, während die technische Auslegung dem Regelwerk der amerikanischen NFPA (National Fire Protection Agency) entspricht.

Im RTX steckt das technologische Know-how einer zehnjährigen Entwicklungsarbeit im Rosenbauer Konzern. Das Ergebnis ist mehr als ein „elektrifiziertes Feuerwehrfahrzeug“, es ist die Blaupause für das kommunale Feuerwehrfahrzeug der Zukunft: ein Fahrzeug aus einem Guss, funktional und robust, mit einer hoch ergonomischen Fahrzeugarchitektur, einem noch nie dagewesenen Maß an Sicherheit für die Crew sowie einem innovativen Bedienkonzept mit umfassender Konnektivität. Sicherheit, Dynamik, Leistung, alles, was bei einem Feuerwehrfahrzeug zählt, verbindet der RTX zu einer funktionalen Einheit.

Unerreichte Fahreigenschaften

Was den RTX besonders auszeichnet, ist sein stabiles Fahrverhalten und die hohe Fahrsicherheit. Er verfügt über ein Niederflurchassis mit Kernrohrrahmen, in dem eine der beiden Hochvolt-Akkus verbaut ist, wodurch sich ein ungleich tieferer Schwerpunkt als bei Feuerwehrfahrzeugen auf LKW-Fahrgestellen ergibt. Einzelradaufhängung und zuschaltbare Hinterachslenkung sorgen für ausgezeichnete Wendigkeit und Manövrierfähigkeit, sogar im Hundegang (Crab steering) lässt sich der RTX bewegen. Das luftgefederte Fahrwerk erlaubt die Anpassung der Fahrniveaus an den Untergrund (Straßen- und Geländefahrten, Wattmodus, Einsatzstellenmodus) und aufgrund der kompakten Abmessungen (L x B = ca. 8,25 x 2,35 m) kann das Fahrzeug leichter durch enge Gassen und dichten Verkehr pilotiert werden. Moderne Assistenzsysteme wie ADM (Automatic Drivetrain Management) und EBS (Electronic Braking System) unterstützen dabei den Fahrer.

Energetisches Kraftpaket

Die Fahrdynamik des RTX resultiert in erster Linie aus dem elektrischen Antriebskonzept: Zwei Elektromotoren mit einer Leistung von 2 x 180 kW (peak) bzw. 2 x 130 kW (continuous) treiben alle vier Räder an (permanenter Allrad). Mit Strom versorgt werden sie aus zwei Hochvoltbatterien mit einer elektrischen Speicherkapazität von 132 kWh, welche auch die Energie für den Pumpenbetrieb und andere Verbraucher an der Einsatzstelle bereit stellen.

Darüber hinaus verfügt der RTX standardmäßig über einen Range Extender (Dieselmotor mit Stromgenerator) mit einer Leistung von 225 kW, der platzsparend, im Aufbau verbaut ist. Damit wird der RTX zum integrierten Kraftwerk, welches die Hochvoltbatterien automatisch wieder auflädt, wenn mehr Energie verbraucht wird, als darin gespeichert ist.

Sicherheit und Gesundheit

Die integrale Bauweise der RTX-Kabine sorgt für ein hohes Maß an passiver Sicherheit während der Anfahrt. An der Einsatzstelle kann das Fahrzeug dank des luftgefederten Fahrwerks so weit abgesenkt werden (175 mm über Bodenniveau), dass der Mannschaftsraum barrierefrei betreten und die im Fahrzeug gehalterte Ausrüstung mit sicherem Stand vom Boden aus entnommen werden kann. Die schattenlose LED-Umfeldbeleuchtung und die Unterflurbeleuchtung erhöhen die Sicherheit rund um das Fahrzeug.

Darüber hinaus reduziert der RTX die Schadstoffbelastung der Einsatzkräfte auf ein Minimum. Schon auf der Anfahrt zum Einsatzort sind sie praktisch emissionsfrei unterwegs und auch an der Einsatzstelle weniger Schadstoffen und Lärm ausgesetzt als bisher, weil der Großteil aller technischen sowie kürzere Löscheinsätze rein elektrisch abgearbeitet werden können.

Moderner Kommandostand

Fahrerhaus und Mannschaftsraum verschmelzen beim RTX zu einer modernen Kommandozentrale, in der Einsatzbesprechungen wind- und wettergeschützt und in ruhiger Atmosphäre durchgeführt werden können. Fahrer und Beifahrer drehen zu diesem Zweck ihre Sitze nach innen und wenden sich direkt an die Crew-Mitglieder, die an den Fahrzeugseiten mit Blick zueinander und an der Kabinenrückwand mit Blick nach vorne sitzen.

Sämtliche Funktionen des Fahrzeuges, von der Beleuchtung bis zur Löschtechnik, können über ein zentral im Armaturenbrett verbautes 17“-Display gesteuert werden. Zudem baut das Fahrzeug sein eigenes W-LAN auf, das zur kabellosen Steuerung von Robotern, Drohnen und anderem elektrischem Equipment genutzt werden kann.

Einsatz am Hollywood Boulevard

Der RTX für das Los Angeles City Fire Department präsentiert sich mit klarer, durchgängiger Designlinie und gebrandeter Frontpartie. Im April wird das Fahrzeug auf der US-Feuerwehrmesse FDIC in Indianapolis, IN, zu sehen sein, anschließend wird es nach Los Angeles überstellt. Dort wird es nach ausführlichem Training und Testbetrieb auf der Fire Station 82 am Hollywood Boulevard seinen Dienst im Regelbetrieb antreten.

Andreas Zeller, CSO der Rosenbauer International AG

„Wir freuen uns, dass wir den RTX für Amerika gemeinsam mit dem Los Angeles City Fire Department entwickeln durften und dieser demnächst seine Fähigkeiten im Feuerwehralltag unter Beweis stellen kann. Wir erwarten uns davon auch einen starken Impuls für den Vertrieb, denn viele weitere US-Feuerwehrorganisationen, die bereits Interesse an dem Fahrzeug gezeigt haben, blicken derzeit gespannt nach L.A. und wollen bei ihrer Kaufentscheidung die ersten Praxiserfahrungen mit dem RTX berücksichtigen.“

Richard Fields, Assistant Chief Los Angeles City Fire Department

„Wir waren Anfang Februar zur Abnahme unseres Fahrzeuges in der Rosenbauer Konzernzentrale in Österreich und hatten dabei Gelegenheit, es näher kennenzulernen, zu fahren und in allen Funktionen zu testen. Dabei haben uns vor allem die Fahreigenschaften und der Fahrkomfort des RTX überzeugt, aber auch das Bedien- und Steuerungskonzept ist absolut State-of-the-Art. Ein Fahrzeug, mit dem wir sicher Freude haben werden, das alles hat, was wir für unsere Routineeinsätze benötigen, und mit dem wir noch dazu einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

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