Aktiv beteiligen statt nur verbrauchen: Im EAG wurde neben konkreten Ausbauzielen für erneuerbare Stromerzeugungstechnologien auch die Grundlage für unterschiedliche Arten von Energiegemeinschaften geschaffen.

Energieverbraucher*innen haben künftig die Möglichkeit aktiv am Energiemarkt teilzunehmen, indem sie sich zu sogenannten Energiegemeinschaften zusammenschließen. So können sie selbständig erneuerbare Energie erzeugen, verbrauchen, speichern und verkaufen. Möglich machen dies die Erneuerbaren-Richtlinie und die Elektrizitätsbinnenmarkt-Richtlinie der EU. Diese räumen der dezentralen Energieerzeugung bei der Umgestaltung des europäischen Energiemarktes einen hohen Stellenwert ein. In Österreich wurden diese nun im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz und im ElWOG geregelt. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle:

  • Als Mitglieder*innen von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften sollen Prosumer erneuerbare Energie zu einem begünstigten Ortstarif erzeugen, verbrauchen und verkaufen können. Diese sind lokal begrenzt. Es können natürliche Personen, lokale Behörden sowie Klein- und Mittelbetriebe auf freiwilliger und gemeinnütziger Basis teilnehmen. Je nach Anzahl der Teilnehmenden und je nach Anschluss an der Netzebene kann eine lokale oder regionale Energiegemeinschaft gegründet werden. 
  • Bürgerenergiegemeinschaften sind hingegen örtlich unbegrenzt und dürfen – anders als die Erneuerbare- Energie-Gemeinschaften – zudem bzw. ausschließlich elektrischen Strom erzeugen, speichern, verbrauchen und verkaufen sowie Energieeffizienz- und Ladedienstleistungen anbieten. Mitglieder oder Gesellschafter von Bürgerenergiegemeinschaften dürfen natürliche sowie juristische Personen und Gebietskörperschaften sein, welche als Verein, Genossenschaft, Personen- oder Kapitalgesellschaft organisiert sind.
  • Eine gemeinschaftliche Erzeugungsanlage (die bereits mit der „kleinen Ökostrom-Novelle 2017 geschaffen wurde) ermöglicht es, dass sich etwa Mieter*innen oder Eigentümer*innen in Mehrparteienhäusern, aber auch in Bürogebäuden oder Einkaufszentren zusammenschließen, um gemeinsam eine PV-Anlage zu nutzen. Wien Energie betreibt aktuell 23 Gemeinschafts-Solarkraftwerke auf Mehrparteienhäusern mit insgesamt rund 3.000 Kilowattpeak Leistung.
Quelle ORF.at

Quelle: Wien Energie Wissen

Themenfoto by Bill Mead on Unsplash

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