Mit dem Elektroauto nach Italien – Stress ohne Ende?

Die e.Consult AG stellt ihren Fuhrpark konsequent auf verbrennerfreie Fahrzeuge um. Der Umstieg geht schon seit zwei Jahren Schritt für Schritt. Zuerst über Hybridmodelle und dann zu reinen Elektrofahrzeugen. Gründer und Mastermind Dominik Bach beschreibt seine Erfahrungen auf Facebook:

Ich hatte schon seit einiger Zeit Spaß an einem Elektroauto aber wir haben uns immer wieder dagegen entschieden, wegen der Reichweite und der damit verbundenen Umstände und Ladezeiten. So war jedenfalls die Vorstellung.

Nun hatten wir uns doch zu einem durchgerungen und dann wollten wir natürlich die Probe aufs Exempel machen und auch die Urlaubsfahrt mit dem E-Auto angehen. Wir haben wirklich mit allem gerechnet: Ewige Wartezeiten, überfüllte Stationen, defekte Charger…..

Und was soll ich sagen? Es kam ganz anders. Die Fahrt hin und zurück und quer durch Bella Italia (insgesamt 3 Destinationen und etliche Ausflüge) war absolut entspannt.

Irgendwie war alles anders als erwartet.

Learning 1 Reichweite

Das Fahrzeug hat eine Reichweite zwischen 300 und 400 Kilometer. Das ist absolut ausreichend. Wenn ein Engel käme und mir die doppelte Reichtweiter reinzaubern würden, könnte ich damit eingentlich nichts anfangen. Warum? Ich fahre sowieso nie länger als 250 Kilometer an einem Stück. Eine größerer Akku würde sich zudem auf das Gewicht auswirken und damit den Wirkungsgrad verschlechtern. Ergebnis: Reichweite ist absolut ausreichend

Learning 2 Ladegeschwindigkeit

Meiner Ansicht nach ist die Ladegeschwindigkeit viel wichtiger als Reichweite. Bei einem gut ausgebauten Ladennetz kann man so auch längere Strecken mit absolut kurzen Ladestopss planen.

Learning 3 Ladenetz

Jetzt wird es wirklich spannend. Das Ladenetz ist meiner Ansicht nach noch wichtiger als die Leistungswerte des Autos. Wir haben uns in der Teslawelt bewegt und hatten so Supercharger mit ordentlich Leistung quasi an jeder benötigten Stelle auf der Autobahn zur Verfügung. Die einzelnen Ladenpunkte waren wirklich gut ausgebaut. Jede Menge Supercharger und trotz Ferienzeit immer einen (eigentlich mehrere ) Plätze gefunden. 0 Wartezeiten und immer volle Leistung. Da das Auto sich schon ein paar Kilometer vor der Ladestation auf das Laden vorbereitet, gehts auch gleich mit Tempo ab. Kein Stress mit Karten oder Abos oder Registrierungen… einfach das Kabel reinstecken und los geht es.

Learning 4 man plant entspannter

Wie gesagt waren Reichweite und Ladepunkte absolut kein Thema, deshalb war uns das eigentlich auch egal. Wir haben uns die Tagesstrecke angekuckt. Sagen wir mal 800 Kilometer. Dann haben wir uns überlegt „wie oft wollen wir Pause machen und wie“. Also das Laden stand nicht im Mittelpunkt der Überlegung sondern, ob wir nur Kurz Rast machen wollten, vielleicht einen Espresso trinken, Zigarette rauchen oder ein Eis kaufen oder wollten wir richtig Rast mit essen und trinken machen.

Danach wurden die Supercharger ausgewählt. Und wenn wir uns umentschieden haben, wurde eben ein anderer Ladepunkt ausgewählt fertig. Die Ladepunkte haben wir auch danach ausgewählt welche zusätzliche Infrastuktur verfügbar war (Mit Restaurant, Cafebar, mit Toiletten oder gleich mit einem kompletten Einkaufszentrum…) Sehr relaxed.

Fazit: Nie mehr anders

Einen Effekt habe ich total unterschätzt. Das Auto „tankt“ sich ja quasi selbst. Das heisst man fährt zur Ladestation, Kabel rein und fertig. Und dann kümmert man sich in Ruhe um Kaffe, Toilette, Essen oder was auch immer. Kein Schlangestehen an der Zapfsäule, bezahlen, Auto nochmal parken, dann nochmal Schlange stehen an der Raststätte. Und über den Zustand von Raststätten in Hauptferienzeiten muss ich hier wohl nicht berichten.

So war die Reisezeit insgesamt keine Minute länger als mit dem Verbrenner. Gefühlt sogar etwas kürzer. Aber um Welten komfortabler.

Dominik Bach-Michaelis
Gründer und CEO
e.Consult AG

Was geht nicht?

800 Kilometer am Stück durchfahren. Das wäre theoretisch mit meinem Verbrenner gegangen. Aber war noch nie mein Stil.

Orientierung: Wie lange läd man denn nun auf einer 800 Kilometer Strecke? Also insgesamt circa 50 Minuten. Das sind bei drei Stops noch keine 20 Minuten pro Ladevorgang.

Funfact: Unsere Ladevorgänge waren uns fast schon zu schnell, manchmal mussten wir den Espresso richtig runterkippen und das soll man ja nicht machen mit dem guten Zeugs 😉

Text und Bilder von Dominik Bach

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