Als sogenanntes Topmodell im Volkswagenkonzern zeigt der neue ID.5 GTX vielen die rote Karte

Bei Volkswagen kann der Kunde mittlerweile nach Belieben zwischen verschiedenen Elektromodellen wählen. Aus den ehemals Ball Sport – als auch Wind lastigen Namen wie Golf, Polo und Passat wurden der ID.3, der ID.4 oder ID.5- wir durften einen wunderschönen roten ID.5 GTX für einige Tage auf eTOUR mitnehmen.

Die Verwandtschaft unter den Volkswagen ID Modellen wird auf den ersten Blick erkennbar. Volkswagen traut sich mit futuristischer Eleganz auf ein komplett neues Niveau. Doch nicht nur optisch kann der ID.5 GTX als Elektrowagen durchgehen, auch unter der Motorhaube schneidet das Modell alles andere als schlecht ab.

Der VW ID.5 GTX soll als sportliche SUV-Variante den erfolgreichen Markt in dieser Klasse bedienen. Die Basis ist die gleiche wie beim VW ID.4.

Erster Eindruck – ich sehe ROT!

Abholort ist – wie immer beim Porsche Konzern die Beethovengarage – mitten in Wien. Etwas dunkel, sind die Pressefahrzeuge doch gut durch Antippen auf den Schlüssel optisch und akustisch wahrnehmbar.

Innen werde ich ad hoc positiv überrascht. Das Panorama-Glasdach lässt den ID.5 GTX innen wahrlich groß anmuten. Beim Herausfahren aus der Tiefgarage sehe ich die Farbe das erste Mal im Sonnenlicht. Umwerfend schön. Der erste Eindruck zählt, sagt man. Das stimmt. Meine Gedanken kreisen bereist über die kommenden Fotosessions. Wo soll ich dieses tolle Rot nur ansatzweise in Szene setzen können?

Wohlfühlraum und Haptik

Die Beinfreiheit ist auf allen Plätzen exzellent. Die zeitgemäß tierfreien Materialien fühlen sich angenehm an. DieVerarbeitung des ID.5 ist State of the Art.

Alle Insassen profitieren von überaus bequemen Sportsitzen, welche der ID.5 GTX serienmäßig verbaut hat. Die Velours-Sitze bieten einen guten Seitenhalt. Sitzen & Wohlfühlen: TOP!

Die Bedienung im ID.5 GTX ist unkonventionell. Das Bedienkonzept an sich ist anfangs etwas umständlich, wird aber durch try and error relativ rasch selbständig erlernt. Wer will sich auch alles anlesen?

Auffallend sind sofort die fehlenden Kippschalter für die hinteren Fenster. Mittels eines Umschalttasters können je beide Fenster vorne oder hinten separat geöffnet werden. Neu und intelligent, anfangs etwas verwirrend.

Viele E – Touchslider am Infotainmentsystem machen die Klimatisierung etwas umständlich. Ohne haptische Rückmeldung nimmt man Veränderungen lediglich durch ein leichtes Vibrieren wahr.

Zahlreiche Bedienflächen und Zierelemente haben schwarzem Klavierlack, der leider immer wieder reingewischt werden muss. Befehle gelingen zuverlässig und korrekt durch ein „Hallo ID!“. Für komplexe Anfragen erweist sich die Sprachbedienung als absolut praktisch. Ein meist sehr souveräner Spurhalteassistent überfährt leider manchmal leicht die Seitenlinien. Für ungewohnte Lenker anfangs ein Best of Learning.

Herausragend ist das Head-up Display. Mittels Augmented Reality werden mit animierten Pfeilen grüne Linien des Spurhalte- und Abstandsassistenten auf die Fahrbahn und ans Heck vorausfahrender Fahrzeuge projiziert.

Auch wenn es kaum zu glauben ist: im Kofferraum bietet der ID.5 GTX insgesamt den gleichen Laderaum wie der ID.4. Bis zur Hutablage fällt die Laderaumkapazität sogar um sechs Liter größer aus als im ID.4. Mit 549 bis 1561 Litern gelingen alltagsbezogene Transporte und Einkäufe ohne Probleme. Ein weiteres Fach ist unterhalb des Kofferraumbodens gut versteckt. Allerdings besitzt der ID.5 keinen Frunk. Schade!

Fahren & Dynamik

Die 299 PS machen sich schnell bemerkbar. Ein beherzter Druck auf das rechte Pedal und der ID.5 GTX stürmt ansatzlos voran. Bei einem Leergewicht von gut 2,2 Tonnen können keine Wunder erwartet werden. Aber als Reise Coupé ist ID.5 GTX in Summe einfach ein tolles Fahrzeug.

Die sehr direkte Lenkung und Dank der adaptiven Stoßdämpfer gibt das Fahrzeug in jeder Situation viel Rückmeldung und garantiert einen hohen Funfaktor. Fahrspaß im ID.5 GTX ist garantiert!

Als sportlich abgestimmtes Fahrzeug wollen wir den Sportmodus nicht allzu lange beehren. Comfort- oder ECO Modus reichen total in allen Lagen aus.

In Österreichs Alltag schafften wir aufgrund der Reglementierungen knappe 435 Kilometer, was etwas unter den Werksangaben von 490 Kilometern nach realitätsnaher WLTP-Norm wäre.

Als Zugfahrzeug darf der ID.5 in allen Varianten zwischen 750 (ungebremst) und 1200 Kilo an den Haken nehmen.

Ladestruktur

Die maximale Ladeleistung gibt VW mit 135 Kilowatt an. Das bedeutet, dass der neue ID.5 GTX an einer Schnellladesäule etwa 36 Minuten pausieren muss, um von fünf auf 80 Prozent Akku-Ladung aufladen zu können.

Die Ladeleistung im Vergleich zum ID.4 liegt bei bis zu 135 kW und damit um 10 kW höher. Der ID.5 kann via Plug & Charge ohne weitere Karten und Anmeldung an kompatiblen Ladesäulen von IONITY oder BP geladen werden. In Zukunft sollen weitere Partner im Netzwerk hinzukommen. An einer Wallbox kann der ID.5 mit bis zu 11 kW Leistung laden und ist bereits heute schon darauf vorbereitet, Strom ins Hausnetz einzuspeisen.

Sicherheit

Für den ID.5 GTX gibt es einen sehr neuen NCAP-Test aus dem Jahr 2022. Für diese Leistung wurde der ID.5 GTX mit der vollen Sternenzahl ausgezeichnet.

Fazit

Trotz des bekannten Modularen Elektrobaukasten (MEB) von Volkswagen ist der VW ID.5 mit 4,60 Meter ganze zwei Zentimeter länger, ebenso breit (1,85 Meter) und etwas flacher als der ID.4.

Selbst bei sportlicher Fahrweise zeigt sich der ID.5 GTX effizient. In unserem Test liegt der Durchschnittsverbrauch mit rund 19 kWh/100km nicht weit über der Werksangabe von 16,9 – 17,1 kWh/100km. Das Resultat ist eine gute Reichweite: Die Werksangabe von 490 Kilometern erreicht der ID.5 GTX nicht ganz.

Im Alltag und auf Reisen ist der ID.5 GTX ein jedoch ein großartiges und reifes Fahrzeug:

Mit dem Routenplaner sind Langstrecken einfach zu kalkulieren. Der ID.5 GTX plant eigenständig die nötigen Ladestopps entlang der Strecke inkl. des Ladestandes am Zielort.

Die Garantie für den Akku liegt bei acht Jahren oder 160.000 Kilometer und sollte somit etwaige Skeptiker ruhigstellen.

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