Erster Eindruck

Der neue Renault Megane E-Tech Electric trägt einen traditionellen Namen. Mit dem normalen Megane gibt es jedoch kaum Gemeinsamkeiten. Die dezidierte Elektroplattform für Renault und dem Nissan Ariya (CMF-EV) lässt den Megane dank des kaschierten doppelten Bodens etwas höher und somit wie ein modernes Crossover erscheinen.

Trotz der kompakten Abmessungen kommt der Mégane E optisch bullig daher. Die Front wird von Z-förmigen Tagfahrleuchten und flachen LED-Scheinwerfern geprägt.

Die Navigation wird nach Topografie und Verkehrsfluss optimiert, die Batterie zum Laden im Voraus auf die passende Wohlfühltemperatur gebracht, und das Energiemanagement für Akku-Kühlung und Innenraum-Klimatisierung gehört zum effizientesten am Markt.

Außendesign

Besonders groß ist der Megane E-Tech nicht, denn er misst in der Länge 4,21 Meter, ist 1,78 Meter breit und 1,50 Meter hoch. Der Radstand liegt bei guten 2,70 Metern.

Uns gefallen außerdem die Türgriffe, die nicht auf den ersten Blick gefunden werden. Die vorderen Türgriffe sind serienmäßig versenkbar, die hinteren sind in den C-Säulen versteckt.

Sitzprobe

Bei der ersten Sitzprobe im Renault Megane E-Tech Electric fällt sofort auf, dass Renault nach der Philosophie handelt, alles nach vorne zu packen. Hier finden wir also die komplette Antriebstechnik samt Frontantrieb.

Prinzipiell erfreulich ist der große Innenraum Das Auto war mit dunklem Dachhimmel, dunklen Sitzbezügen und getönten Scheiben ausgestattet.

Zwar sitzt man ungewöhnlich hoch und muss deshalb hinten auch ein wenig den Kopf einziehen, doch für die Kompaktklasse ist die Kniefreiheit in der zweiten Reihe sehr ansehnlich.

Im Cockpit des Mégane E geht es generell sehr digital zu. Serienmäßig ist eine Einheit aus digitalen Anzeigen und vertikalem Infotainment-Bildschirm verbaut, die Renault „OpenR“ nennt. Das Digitalcockpit ist konfigurierbar und zeigt neben animierten Rundinstrumenten auch die aktiven Fahrhilfen, die Navi-Karte und diverse Informationen zu Musik, Fahrzeugdaten und mehr. Das Infotainment mit Android Automotive OS wurde zusammen mit Google entwickelt. Hier verrichtet auch ein integrierter Routenplaner seine Dienste – speziell fürs Elektroautoauto. Das Infotainment agiert verzögerungsfrei und zeigt einen deutlichen Fortschritt im Vergleich zu den bisherigen Renault-Systemen. Große Kacheln erfreuen das Gesamtbild mit schnellen Reaktionen und einer aufmerksamen Sprachsteuerung. Es gibt auch noch eine Leiste mit haptischen Reglern für die Klimabedienung.

Beachtlich ist das Arsenal an Assistenten für Komfort und Sicherheit, überwiegend angenehm sind die teils recycelten Materialien.

Ansonsten macht das Cockpit einen sehr hochwertigen und durchdachten Eindruck, die Türablagefächer sind mit Filz verkleidet und die Oberflächen bestehen aus recycelten Materialien.

Raum

Die Ladekante ist sehr hoch. Hier finden wir 440 Liter Stauvolumen und einen tiefer ausgelegten Ladeboden. Der Kofferraum gehört somit zu den größten in dieser Klasse.

Bei umgelegter Rückbank schluckt der Megane bis zu 1332 Liter. Leider ist die Ladekante enorm hoch, was das Beladen erschweren dürfte. Unter der Fronthaube ist nicht nur der Motor, sondern auch die gesamte Klimatechnik untergebracht, was im Innenraum zu mehr Platz führt. Interessant sind auch die Türgriffe. Sie sind in den vorderen Türen serienmäßig versenkbar.

Durch die nach vorne gerückten Klimaaggregate gibt es im Cockpit nicht nur viel Platz für die Passagiere, sondern enorm viel Raum für Ablagen und Fächer. 30 Liter sollen es insgesamt sein, selbst der Mitteltunnel ist im Grunde eine einzige große Stau- und Ablagemöglichkeit.

Im Fond ist die Bein- und Kopffreiheit auch für Erwachsene gut; ein Verdienst des langen Radstandes und der flachen Batterie.

Der digitale Innenspiegel tut gute Dienste, wenn die Rückbank von Erwachsenen genutzt wird oder der Kofferraum beladen ist.

Technik

Den WLTP-Verbrauch von 16,1 kWh pro 100 km verfehlte der Testwagen selbst auf der Eco-Runde: 17,7 kWh waren es bei besonders effizienter Fahrweise. Beim Laden an der vom Navigationssystem empfohlenen Säule wird der Akku auf die optimale Temperatur gebracht, die Ladekurve hat ihren Peak am 150-kW-Schnelllader bei 125 kW.

Reichweiten & Motoren

eTOURING ist den Mégane E-Tech mit dem 60 kWh großen Akku gefahren. Dank der relativ wenigen 1600 Kilogramm Leergewicht spurtet der Franzose mit seinen 218 PS spritzig los. Die Lenkung reagiert schnell und erstaunlich direkt.

Verschiedene Fahrmodi verändern den Charakter des Autos. Aber selbst im Komfort Modus ist der Fahrspaß noch immer garantiert.

Wie erwartet beschleunigt der Top-Mégane flott, passiert nach 7,8 Sekunden die 100er-Marke und marschiert fröhlich weiter bis 160 km/h. Unser Testverbrauch lag bei 17,7 kWh, was eine Reichweite von ca. 300 Kilometern bedeutet. Adaptive Dämpfer gibt es leider nicht.

Für kostenbewusste Käufer gibt es noch einen kleineren, 96 kW (131 PS) starken Motor. Jener lädt in der Basisversion mit 40-kWh- nur einphasig mit Wechselstrom – und somit sehr langsam.

Sicherheit

Renault hat die Akkus mit speziellen Zugängen für die Feuerwehr versehen. Brände können so in wenigen Minuten effizient gelöscht werden. Ebenfalls in die Kategorie Sicherheit gehören die maximal 26 Fahrassistenzsysteme, die der Mégane E mitbringt.

Fazit

Renault gelingt erneut ein guter Einstand unter den Elektro-Kompakten.

Insgesamt legt Renault großen Wert auf die Reduktion des Kobalteinsatzes und dem emissionsfreien Einsatz von Recyclingmaterial. Kräftige Bremsen und ein sicheres Fahrverhalten runden das Vergnügen vollkommen ab.

Großartig!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert