Baue deine Träume – im BYD ATTO 3

Der Atto 3 war zum Zeitpunkt der Praxistests der kleinste Ableger der Marke BYD-Auto für Österreich. BYD wird „Biweidi“ ausgesprochen und steht für Build your dreams, was auch plakativ am Heck des Autos angeschrieben ist. In den sozialen Medien kursieren die aberwitzigsten Aussprachvariationen dazu.

Aktuell sind 5 BYD-Autos in Österreich verfügbar. Im Flagship-Store in der Shopping City Süd bei Wien können jene vor Ort zu Probefahrten unter die Lupe genommen werden. Eine einzigartige und gute Wahl des Standortes, wie ich mittlerweile weiß.

Wir durften als erstes Medium gleich ganze 6 Wochen zwei Atto3 testen: blau und weis – beide waren begeisternd!

Erster Eindruck

Von außen macht der Atto 3 auf den ersten Blick eigentlich gar keinen Eindruck. Er wirkt schlicht und einfach. Auf den zweiten Blick erblickt man ein sehr zeitloses Fahrzeug. An vielen Stellen kann man Elemente erkennen, die man durchaus von anderen Marken kennt. z.B. erinnern die Verzierungen an der C-Säule an den ID.3.

Beim Einsteigen in das Fahrzeug kommt der WOW Effekt! Der Innenraum ist mit seinem großen drehbaren Display ein absoluter Hingucker. Der Infotainment-Screen kann vom Querformat auf das Hochformat gedreht werden.

Auffällig ist auch der Fahrwahlhebel, welcher an das Cockpit eines Fliegers erinnert. Es gibt kleine verspielte Details, wie die Lüftungsauslässe oder die “Saitenablage” an den Türen die so wirkt, als wäre sie wirklich nach einer Gitarre gestimmt worden. Die Türgriffe sind extravagant und manche Leute müssen zweimal hinsehen bevor sie Funktion durchschauen. Die wichtigsten Bedienelemente sind nahezu selbsterklärend.

Der Atto3 ist von der Statur her ein Kompakt-SUV und mit 4,45 Metern Länge etwas kürzer als ein VW ID.4. Platz gibt es ausreichend im Atto3, vorne und hinten sitzt man gut, der Kofferraum ist ausreichend groß und die Ladekabel lassen sich in einem Extra-Fach unter dem Kofferraum verstauen.

Innere Werte

Innen schaut alles auf den ersten Blick nach Premiumausstattung aus. Von den verwendeten Materialien bis hin zu den Kopfstützen.

Platz gibt es ausreichend im Atto3, vorne und hinten sitzt man gut, der Kofferraum ist ausreichend groß und die Ladekabel lassen sich in einem Extra-Fach unter dem Kofferraum verstauen. Alles sauber gelöst. Das Interieur wirkt, wenn man sich die sonst kühle und sachliche Gestaltung von E-Auto-Cockpits ansieht, überraschend verspielt. Mit einem Fahrmodi-Hebel wie der Schubhebel in einem Flugzeug, unten abgeflachtem Lenkrad (sehr griffig) und Türöffnern, die mit einem Lautsprecher verschmelzen. Die Sitze sind aus veganem Leder und man sitzt hier bequem.

Etwas ungewöhnlich sind die Türgriffe drinnen, welche beim ersten Ausstieg gesucht werden mussten.

Hinter dem Steuer befindet sich ein kleines Instrumententafel-Display für die Anzeige der wichtigsten Fahrdaten. Mittig ist ein riesiger 15,6 Zoll großer Touchscreen angebracht, auf dem das Infotainmentsystem dargestellt wird. Und jener hat es in sich. Er ist nämlich drehbar. Besonders lustig sind die Momente an Ampeln, wenn die Nachbarfahrer schauen und sich wie von Geisterhand alles bewegt. Phänomenal und sehr außergewöhnlich.

Das Platzangebot ist sowohl vorne als auch auf den Rücksitzen sehr großzügig. Der Kofferraum kann auf zwei Ebenen eingerichtet werden, somit gibt es die Möglichkeit die Ladekabel im doppelten Boden zu verstauen. Will man wie ich mehr Gepäck einladen, dann gibt man den Boden ganz nach unten. Somit ist auch Platz, um große Koffer einzuladen.

Das BYD-System kann jederzeit auch mittels Sprachbefehl („mit Hi BYD“ statt „hi Google“) bedient werden. Interessant auch die Lösung für die Ablagen in den Türen. Hier wurden rote Gummizüge wie Gitarrensaiten gespannt. Ein Muss für Kinder zum Spielen.

Das gesamte Infotainmentsystem mit samt seiner Bedienung erinnert stark an Android-Smartphones: Die Navigationssymbole sowie die Statusleiste sehen ähnlich aus; die Menüführung sowie Gestensteuerung, das Pull-Down-Menü sowie das Aufrufen der aktiven Apps, funktionieren genauso wie auf einem Android-Handy. Die automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit sollte schneller von Statten gehen.

Im Großen und Ganzen ist das Cockpit des Atto 3 sehr gelungen: Die notwendigsten Bedienelemente sind entweder auf dem Lenkrad oder in der Mittelkonsole im Bereich der Gangschaltung untergebracht und somit besonders gut zu erreichen.

In der Mittelkonsole befindet sich eine Smartphone-Ablage, welche als kabellose Ladestation funktioniert. Zudem sind 2 USB-Ports vorhanden – zum Aufladen eines Handys oder für die Kabelverbindung für Android Auto oder Apple CarPlay. Zusätzlich steht ein Einschub für eine microSD-Karte zur Verfügung.

Ein erster kurzer Blick in das Navigationssystem zeigt, dass die Kartendaten offenbar mit zahlreichen Meta-Informationen angereicht sein dürften. So ist man nicht ausschließlich auf die exakte Adresse angewiesen und kann etwa auch die Bezeichnung von Restaurants oder anderen Landmarks eingeben.

Fahren

Wie fährt sich der Atto3? Grundsätzlich so, wie man es erwartet. Mit 150 kW ist der, BYD stimmig motorisiert und beschleunigt agil flott, ohne den Extrapunsch eines Mustang Mach E zu spüren.

Die Lenkung bleibt auf der weichen Seite. Über den Sportmodus ist eine härtere Lenkung abrufbar. Für die Rekuperation gibt es exakt zwei Einstellungsvarianten –eine One-Pedal-Charakteristik gibt es nicht. BYD gibt für den Atto3 eine Reichweite von 420 Kilometer an und einen durchschnittlichen Verbrauch von 15,6 kWh. Die Stärke liegt beim Atto3 im sogenannten Cruisen. Einzig der Spurassistent scheint eine Diva zu sein – immer sehr präsent und zickig. Die gefühlt häufigen Lenkeingriffe müssen sofort mit handfestem Gegendruck beantwortet sein – ansonsten nervt die „Dame“ fortwährend und laut.

Sicherheitsausstattung

Auf der kurzen Probefahrt war das Assistenzsystem stets in der Lage, das Fahren auf der Autobahn und auf der Schnellstraße angenehm und unaufgeregt zu unterstützen.

Etwaige Fahrzeuge, Spurlinien und Verkehrsschilder wurden immer korrekt erkannt und berücksichtigt. Das schafft Vertrauen.

Reichweite und Elektrik

Build Your Dreams hat im Atto 3 ein besonderes Alleinstellungsmerkmal, die sogenannte Blade Batterie. Hier werden LiFePo4 Zellen verwendet, die zum einen lt. Hersteller eine viel höhere Zyklenfestigkeit von ca. 5000 Ladezyklen haben und zum anderen nicht brennen können. Somit ist der Atto 3 ein sehr sicheres Fahrzeug. Die angegebene WLTP-Reichweite von 420km sind eine gute Ansage an den Mitbewerb.

Die Zellchemie ist mit LiFePo4 nicht nur sehr stabil und langlebig, sondern auch nahezu unbrennbar. BYD gibt für den Atto 3 ca. 5000 mögliche Ladezyklen an. Mit der nutzbaren Akkukapazität von 60,5 kWh und einem Durchschnittsverbrauch von 22 kWh / 100km ergibt sich rechnerisch eine mögliche Laufleistung in Höhe von 1,3 Millionen Kilometer.

Der Atto 3 hat eine Ladeleistung von bis zu 88 kW im Maximalwert. Somit ist er in rund 30 Minuten von 30 auf 80 Prozent aufgeladen.

Die Vorteile dieser Akkus überwiegen dennoch in Bezug auf die Haltbarkeit.

FAZIT

Zwar ist das kompakte Elektro-SUV mit einem Preis ab 42.600 Euro kein Schnäppchen. Jedoch erhält der Kunde ein solides Elektroauto mit einer aufrichtigen und extravaganten Premium-Ausstattung.

Kaum ein anderer Hersteller schafft es, ein derart intuitives Betriebssystem in seine Fahrzeuge zu integrieren, das auch noch über die nötige Rechenleistung verfügt, sodass keinerlei Verzögerungen auftreten. Auch das Fahrverhalten, die Übersichtlichkeit des Cockpits und die Assistenzsysteme haben einen positiven Eindruck hinterlassen. Außerdem ist die umfangreiche Innenausstattung in diesem Preisbereich keine Selbstverständlichkeit.

Im Flagshipstore innerhalb der Shoppingcity Süd in Vösendorf kann sich jeder BYD-Interessent selbst – inklusive einer sofortigen Probefahrt – von der Marke überzeugen.

Mit dem Atto 3 hat BYD ein sehr gutes Auto im Programm. Es hebt sich durch die Blade Akkutechnologie hervor und ist hervorragend für Menschen geeignet, die eine sehr sichere und langlebige Akkutechnik der absoluten Schnelladefähigkeit vorziehen. Das hervorragende zentrale Display und die schnelle Software machen Freude sie zu bedienen. Viele verspielten Details im Innenraum stehen in keinem Wiederspruch zu dem eher schlichten Äußeren des Atto 3. Das gut abgestimmte Fahrwerk überrascht mit guter Präzision. Auffallen kann man mit diesem Auto erst, wenn man jemanden einsteigen lässt. Der Preis von etwas über € 45.000, – nach Abzug der derzeitigen Förderung für Privatkunden, ist angemessen für ein so gut ausgestattetes Fahrzeug, Schnäppchen ist er allerdings keines.

Eine Wärmepumpe ist serienmäßig enthalten. BYD bietet den Atto3 in zwei Ausstattungen an. Comfort kostet 45.000 Euro, der von uns gefahrene „Design“ kommt auf 47.400 Euro.

Fakten

BYD gibt insgesamt 48 Monate/120.000 km Garantie auf das Auto und 96 Monate / 200.000 km auf die Batterie.

Antrieb: Permanentmagnet-Synchronmotor (PMSM), Frontantrieb, Akku (BYD Blade Battery): 60,48 kWh; Fahrleistungen: 0 – 100 km/h in 7,3 Sekunden, Spitze 160 km/h

Fahrzeugmaße: Länge 4455 mm, Radstand 2720 mm, Breite 1875 mm, Höhe 1615 mm, Gewicht: 1750 kg/zul. Gesamtgewicht 2160 kg, Kofferraumvolumen: 440 – 1338 Liter

Ladeleistung: AC-Wechselstrom (dreiphasiges 11 kW), 0-100% 6h 30m, Gleichstrom (88 kW), 0-100% 80m

Verbrauch: 15,6 kWh/100 km; Testverbrauch 16,5 kWh/100 km, Reichweite: 420 km

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