Audi verbessert den RS Q e-tron nochmals

Vor seinem dritten Einsatz bei der Rallye Dakar erhält der Rallye-Prototyp mit seinem zukunftsweisenden elektrischen Antrieb mit Hochvoltbatterie und Energiewandler Neuerungen in vielen Bereichen. Das Audi-Fahrerteam mit Mattias Ekström/Emil Bergkvist, Stéphane Peterhansel/Edouard Boulanger und Carlos Sainz/Lucas Cruz profitiert im Januar 2024 von zahlreichen Detailverbesserungen. Die neuen Ideen machen den RS Q e-tron sicherer, zuverlässiger, komfortabler, etwas leichter und verkürzen die Wartungszeiten für das Team. 

Innovationen 2024

Im Januar 2024 stellt sich Audi bereits zum dritten Mal mit seinem Low-emission-Vehicle der härtesten Wüstenrallye der Welt.

Audi Sport hat die bisherigen Einsätze analysiert, Schwachpunkte identifiziert und für die Weiterentwicklung klare Prioritäten gesetzt. Dr. Leonardo Pascali, der neue technische Leiter des Projekts, hat mit seinem Entwicklungsteam seit dem Frühsommer fünf Themenfelder in den Fokus genommen.

Audi RS Q e-tron

Sicherheit: Hohes Niveau weiter verbessern

Die Unfälle von Stéphane Peterhansel und Carlos Sainz bei der Rallye Dakar haben Audi dazu veranlasst, die Sicherheit nochmals zu verbessern.

Durch die Arbeit mit Federn, Dämpfern und der Anschlagsbegrenzung im Fahrwerk haben die Ingenieure einen Teil der Last zeitlich besser verteilt. Sie ermöglichen damit eine optimale Beherrschung der Plattform, die so wichtig für die gesamte Leistungsfähigkeit des Autos ist. Einen zweiten Beitrag leisten die neuen Ausschäumungen der Sitze. Sie helfen, die Belastungen für Fahrer und Beifahrer über einen größeren Zeitraum zu verteilen und so die Lastspitzen abzusenken. Die Entwickler haben sich gezielt mit der Materialsteifigkeit und den Geometrien der Ausschäumungen beschäftigt und dabei auch den Einfluss der Cockpittemperatur auf die Steifigkeit der Schäume berücksichtigt. Den Schutz der Insassen nach einer harten frontalen Landung wie beim zweiten Unfall von Carlos Sainz mit einem Aufprall auf die Fahrzeugnase bei der Rallye Dakar 2023 hatten die Verantwortlichen ebenfalls im Blick. 

Updates 2024

Die CFK-Crashbox am vorderen Ende der Chassisstruktur fällt nun länger aus, ohne dabei den im Gelände so wichtigen Böschungswinkel zu beeinträchtigen. Sie absorbiert die bei derartigen Unfällen auftretende Energie besser als zuvor. 

Emil Bergkvist

Zuverlässigkeit: clevere Details für ein großes Ganzes

Der Audi RS Q e-tron ist auch bei härtesten Bedingungen ein sehr zuverlässiger Rennwagen: Alle drei Autos sahen 2022 beim ersten Dakar-Einsatz das Ziel. Dass zwei der drei Autos 2023 nicht ins Ziel kamen, hatte keine technischen Ursachen, sondern war unfallbedingt. Da insbesondere die komplexe Antriebstechnik grundsätzlich ausgereift ist, kann sich Audi Sport bei der Zuverlässigkeit auf Details konzentrieren. Bislang verfingen sich eindringende Steine zwischen Felgenbett, Bremsscheibe und Achsschenkel. Sie bewirkten teils erhebliche Zerstörungen und erforderten mehr als einmal zeitraubende Radwechsel. Neue Befestigungselemente für den Radträger ermöglichen größere Freiräume, sodass die Steine leichter herausgeschleudert werden. Zugleich verwendet Audi Sport ab sofort robustere Felgen. Stabilere Flanken machen zudem die neue Reifengeneration von Einheitsausrüster BF Goodrich unempfindlicher.

Audi RS Q e-tron

Komfort: bessere Abschirmung für höhere Konzentration

Audi setzt auf besonders erfahrene, eingespielte und leistungsfähige Fahrer-Beifahrer-Paarungen. Um ihnen die anstrengende Arbeit zu erleichtern, optimierten die Ingenieure die akustische Abschirmung ebenso wie die Abdichtung des Cockpits. Eine modifizierte vordere Haube weist aufgewirbelten Matsch und Wasser besser ab. Somit bleibt die Windschutzscheibe sauberer.

Audi RS Q e-tron

Performance: Ideen in vielen Bereichen

Vom Fahrwerk bis zur Software, von der Karosserie bis zum elektrischen Antrieb: Die Ingenieure haben diverse Aspekte betrachtet, um den Audi RS Q e-tron im Rahmen der Reglementvorgaben noch leistungsfähiger zu machen. Die Arbeit mit den Stoßdämpfern und Federn half dem Team, die Komponenten noch besser abzustimmen. Um bei steigendem Gewicht der neuen, robusteren Reifen noch näher an das Mindestgewicht von 2.100 Kilogramm heranzurücken, sind diverse Bauteile gewichtsoptimiert. Das betrifft die hintere Karosserieabdeckung ebenso wie die kleineren Bremssättel, aber auch die Fußstütze für den Beifahrer. Das Reglement verschiebt zudem beim Leistungsgewicht die Balance zwischen dem T1U-Modell von Audi und den Gegnern in der T1-Klasse geringfügig: Aus 263 kW maximaler Leistung der E-Motoren zu Saisonbeginn 2023 (inklusive Effizienz-Koeffizient) wurden während der Rallye Dakar nach einer Reglementänderung 271 kW. Zum Januar 2024 steigt der Wert auf 286 kW. Zugleich heben die Regularien das Gewicht der konkurrierenden T1-Modelle um 10 auf 2.010 Kilogramm an. 

Audi RS Q e-tron

Wartungszeiten: kürzere Arbeit, besseres Ergebnis

Das Entwicklungsteam von Audi Sport hat auf der Suche nach Verbesserungen auch die täglichen Wartungsarbeiten bei den Rallyeeinsätzen untersucht. Dank vieler praktischer Ideen im Detailbereich vereinfachen sich jetzt etliche Arbeitsschritte. 

Audi RS Q e-tron

Zum Beispiel tragen geänderte Schraubverbindungen, verbesserte Werkzeughalterungen, optimierte Befüllvorrichtungen für Betriebsflüssigkeiten, neue Verschlusslösungen für Karosserieteile sowie Verschraubungen statt Verklebungen zum vereinfachten und schnelleren Service bei.

Audi RS Q e-tron

Seit Jahresmitte hat Audi die Änderungen sukzessive einfließen lassen, die Erprobung bei Tests begonnen und stellt damit eine Freigabe aller Neuerungen pünktlich zur Rallye Dakar 2024 sicher.

Audi RS Q e-tron

© 2023 by Porsche Holding GmbH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert