Unser Praxistest mit dem kompakten Leistungssportler Smart #1 Brabus

Seit 2020 ist die Automarke „Smart“ rein elektrisch unterwegs. Auch hier, beim getesteten Smart #1 Brabus setzt sich dies mit der von Geely entwickelten SEA-Plattform („Sustainable Electric Architecture“) fort. Die in weiterer Folge beschriebene Performance lässt aufhorchen, manch Verbrennerfahrer verzweifeln und die Polizei auf den Plan treten. Unfreiwillig freiwillig.

Erster Eindruck

4,30 Meter Länge sind eine andere Welt als damals die alten Four Two Smarts. Hier steht er also im eisigen Mantel vor uns. Meta Black Metallic und ein rotes Dach. Dezent ist anders. Aber das werden später noch der eine oder andere BMW- und Audi Fahrer denken.

Kompakt genug für Stadtausflüge, groß genug für die Kleinfamilie samt Gepäck – so kannst du den Smart generell beschreiben. Der 4,23 Meter lange Volvo EX30 Twin Motor Performance AWD kann dem smart #1 Brabus bei Performance Wasser reichen. Er baut schliesslich auf der gleichen Elektro-Plattform von Geely auf. 

Dem EX30 hat der Brabus jedoch den zehn Zentimeter längeren Radstand voraus. 2,75 versus 2,65 Meter. Daraus ergeben sich insgesamt Vorteile im Raumangebot.

Innenleben

Der smart #1 Brabus unterscheidet sich nach dem Einstieg über die sportlichen Seitenschweller sowie einigen roten Emblemen vom regulären Smart #1.

Ein haptisch fantastisches Lenkrad mit Alcantara-Bezug. Sitze aus Microfaser in Wildlederoptik. Und dann die – ok, ich schreibe es wirklich: geilen! –  roten Akzente überall!

Die flächige Optik des Cockpits und der Mittelkonsole wirken, flankiert von den 64 Optionsfarben der Ambientebeleuchtung, schick-reduziert, die Materialwahl gelungen, die Verarbeitungsqualität im Innenraum ansprechend. 

Das Anzeigen- und Bedienkonzept ist im smart #1 Brabus modern und digital. Moderne Konnektivität plus eine sehr verspielte, dennoch durchdachte Infotainment Ausstattung mit vielen witzigen Digitalinstrumenten, 10-Zoll-Head-up Display und dem mittig platzierten 12,8-Zoll-Touchscreen sind hier state of the art, Drehknöpfe suchen wir vergeblich.

Hinter dem 3-Speichen-Lenkrad blickt man auf dem Digitalinstrument auf die Geschwindigkeit, den Ladestand und die Reichweite. Für TOP Sound sorgt das Beats-Audio Soundsystem, welches über 13 – teilweise beleuchtete – Lautsprecher verfügt.

Viele Widgets und Shortcuts erinnern an Smartphone Gadgets: Außenspiegel verstellen über den Touchscreen, Nebelscheinwerfer anstellen über den Touchscreen. Meist sehr gewöhnungsbedürftig. manchmal gar lästig.?

Andocken über Apple Car Play oder Android Auto funktioniert problemlos. Das Iphone wäre als Schlüssel nutzbar. Damit ergibt sich eine Sharing Möglichkeit zum Teilen des Fahrzeugs, Das ist eine sehr sinnvolle Sache. „Smart“ und modern eben.

Die Sprachbedienung wird durch einen smarten Fuchs übernommen.

Der 4,23 Meter lange Volvo EX30 Twin Motor Performance AWD teilt sich vieles mit Smart #1 Brabus. Baut er auf der gleichen Elektro-Plattform von Geely auf.  Im Innenraum jedoch gehen die Punkte klar an den Smart #1.

Dem EX30 hat der Brabus den zehn Zentimeter längeren Radstand voraus. 2,75 versus 2,65 Meter Radstand sind auf dem Papier wenig, in der Realität eine Hausnummer.

Vorne genieße ich mit 183 Zentimetern reichlich Kopf- als auch Beinfreiheit. Der smart #1 Brabus ist hier um acht Zentimeter höher als der Konzernbruder Volvo EX30.

Hinten können zwei Personen bequem Platz finden. Drei sind etwas knapp, aber selbst das geht im Notfall

Im Kofferraum findet sich eine weitere Raffinesse: die Sitzbank ist um ganze 13 Zentimeter verschiebbar. Wer mehr Sitzfreiheit benötigt, setzt nach hinten oder nutzt im Gegenteil mehr Stauraum. Praktisch!

Im verhältnis 60:40 ist die Rückbank ebenso flach umlegbar. So ergibt sich ein Laderaumvolumen in Höhe von 976 Liter.

Die CCS- und Typ-2-Ladekabel können vorne im Frunk verstaut werden, 15 Liter zusätzlicher Raum. Sauber als auch und praktisch.

Technik

Fährst du im Eco oder Standardmodus, schaffst du – manchmal – bis zu 400 Kilometer Reichweite. Bist du im Sport oder gar BRABUS Modus, willst du das nicht. Zugegeben, ich schreibe hier für einen Freund. Der angegebene WLTP-Zyklus von bis 400 km Reichweite ist also machbar mit dem werksseitig benannten Durchschnittsverbrauch von 18,2 kWh/100 km.

Bei den uns vorliegenden Temperaturen von meist bis zu -8 Grad schafften wir bei 23 bis 25 kWh auf 100 km. Dabei war auch stets ein großer Anteil Autobahn und „Fahrspaß“.

Wenn man will, schafft man das. Manchmal will man, meist will man jedoch nicht. Ich schwöre.

Die Batterie mit 66 kWh Brutto – Kapazität (netto sind es 62 kWh) lässt sich an einer 150 kW in ca. 30 Minuten von fast 0% auf 80 % Ladestand bringen. Das komplette Aufladen an einer Wallbox mit 22 kW Ladeleistung benötigt ca. dreieinhalb Stunden.

Wie weit man mit dem Fahrzeug kommt, hängt wie in jedem E-Auto von der eigenen Fahrweise, den Fahrbedingungen und den eingeschalteten Verbrauchern ab.

Für mehr Energieeffizienz hat der #1 Brabus eine Wärmepumpe an Bord. Mit dem Ein-Pedal-Fahren lässt sich etwas Energie rekuperieren.

Fahren

Ich zumindest denke zukünftig an einen Wolf im Schafspelz, der schon so manchen auf einer kleinen Mitfahrt umgehauen hat.

Vorweg: er macht Spaß, richtig Spaß! Wenn ich bis dato auch Gefährte wie den Kia EV& GT mit viel mehr Power hatte, der Smart ‚1 fällt zwar optisch auf, ihm glaubt aber keiner die Power vorweg.

Matthias betreibt am Hof eine Alpitronic Ladestation, gespeist mit eigens erschaffener PV Anlage. Standort: Wölmersdorf 16 8750 Wöllmerdorf. Matthias ist ein Mensch mit Handschlagqualität und freut sich über sehr viele neue Kunden.

eTOURING 01_24_V02 Special Ladeinfrastruktur Bauernhof von Thomas Hausner

Und wer ihn nicht kennt, reißt die Augen und Mund auf beim Start. Zack, in nur 3,9 Sekunden katapultiert der smart #1 Brabus seine 1,9 Tonnen aus dem Stand auf Tempo 100.

Die Antriebstechnik im #1 Brabus lässt fast die gesamte die Verbrennerwelt von gestern hinter sich. Zwei elektrische Motoren sorgen für sehr guten Allradgrip -sofort im Hier und im Jetzt. Immer.

Der 156 PS starke E-Motor vorne und sein Pendant hinten mit 272 PS zeigt jedem Sportwagen sein Heck, wenn sich 583 Newtonmeter Drehmoment und 428 PS Leistung in aller Stille voll entfalten. Brachial – so nennt sich das.

Und ja, auch die Polizei wollte sich den Brabus genauer ansehen: Ampelstart, Blaulicht, Kontrolle.

Erst Papiere bitte, dann die Frage nach dem „was ist das für ein Auto?“.

Ein einstufiges Automatikgetriebe sorgt für exzellente Kraftübertragung, die gute Straßenlage und die kultivierte Geräuschkulisse sind gelungene Mercedes- Manier, das merkt man sofort.

Das liebe Geld

Das smart #1 Brabus Modell ist derzeit in Österreich ab hat eine UVP von 50.200 € oder als Mietvariante mit

Mtl. Miete (inkl. Versicherung und Wartung) in Höhe von 604,32 € inkl. MwSt. zu bekommen.

Sicherheit und Schutz

Sieben Airbags sind Serie. Mit den weiteren Assistenzsystemen wird Safety first großgeschrieben.

Ob adaptiver Tempomat (ACC) mit Stopp-Go-Funktion, aktiver Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Assistent und die Verkehrszeichenerkennung sind an Bord.  Weiters helfen und unterstützen Autobahnassistent, automatischer Parkassistent und ein adaptiver Fernlichtassistent. Eine 360-Grad-Kamera hilft beim Parken und Rangieren.

Im Euro NCAP Crashtest bekommt der smart #1 volle fünf Sterne. In allen Bereichen des Schutzes erreicht er in Summe 96% – sehr gut.

Smart gewährt drei Jahre Garantie auf den #1 Brabus. Diese Garantie umfasst sämtliche Wartungen und Verschleißteile bis zu einer Fahrleistung von 45.000 km. Das Service-Pannenhilfe-Angebot gilt im #1 Brabus für bis zu acht Jahre und einer Fahrleistung von 160.000 km.

Fazit

Mit dem smart #1 BRABUS bekommst du ein High Performance Fahrzeug mit wenigen kleinen Abstrichen. Abgesehen von wenigen Kleinigkeiten lässt das Fahrzeug nahezu keine Wünsche übrig.

Die „falsch“ positionierten Lichterhebel sind dem Umstand der Involvierung von Mercedes geschuldet und gewöhnungsbedürftig. Echte Probleme sehen anders aus.

Wir hatten unendlich viel Freude mit dem Smart #1 Brabus und erlebten mit vielen Menschen eine tolle gemeinsame Zeit. Sei es am Bauernhof als auch im Skiurlaub.

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