Unser Praxistest im Toyota bZ4X AWD

Generelles

R2-D2 war ein von Technikern der Naboo & Anakin Skywalker modifizierter Astromechdroide in der alten Republik bis zur Zeit der Ersten Ordnung in den Keigend er Jedis gegen die dunklen Mächte des Imperiums.

Toyota = Taxi = Hybrid. Schon immer, seit Jahren. Überall hat Toyota alte Mercedes Taxis abgelöst. Warum? Weil sie gut sind und sich bewähren. Sehr lange Zeit schon hat die große Brand aus Fernost den Einstieg in die reine Elektromobilität nicht wahrhaben wollen. Erst Hybrid, dann Brennstoffzelle, nun also den R2-D2. Nein, falsch, den „bZ4X„.

DEN BITTE WAS? Der bZ4X ist eine Neuentwicklung auf Basis der dedizierten Elektroauto-Plattform e-TNGA. Klingt klingonisch oder jedisch, ist es aber nicht.

Lässt der Name an den Ladestationen die Augenlider hochgehen, erkläre ich zumeist, dass es sich bei „bZ“ um Beyond Zero, also dem Nachhaltigkeitsgedanken bei Toyota handelt. Die Zahl Vier entspricht der Fahrzeuggröße und X eben Allrad. Allen Jedi Rittern zum Trotz.

Erfreulich ist der sogenannte „Kanzen“ Ansatz: hier vertreiben die Händler zusätzlich zum Fahrzeug selbst eine ganzheitliche Elektromobilität.

Erster Eindruck

Als erstes von über 30 geplanten „Zero-Emission-Vehikeln“ ist dieser bZ4X nicht der Jediroboter von Han Solo, sondern zu unserem Praxistest angetreten, damit wir endlich richtige Worte für den Wagen finden.

Außen wirkt der Toyota bZ4X massig samt schönen Kanten. Auffällig der Entfall des klassischen Kühlergrills.

Haben wir das Fahrzeug nicht schon irgendwo gesehen? Oder gar getestet? Nein, es handelte sich um den Zwillingsbruder Solterra der Marke Subaru. Dort allerdings ist der Name Programm. Er besteht aus den Worten SOL wie Sonne und TERRA wie Erde.

Innenleben

Beim Blick auf das Cockpit des Toyota bZ4X fällt vor allem das weit oben platzierte Kombiinstrument auf. Ein Teil der Funktionen wird über den 12,3 Zoll großen und gut erreichbaren Touchscreen gesteuert.

Das Multifunktionslenkrad scheint mit 15 Tasten etwas überladen, positiv ist jedoch die separate Klimabedieneinheit.

Vorn bietet der bZ4X für bis zu 1,95 Meter große Personen ausreichend Platz.

Der stattliche Radstand von 2,85 Metern macht den bZ4X erstklassig. So genießt Frau hinten nicht nur eine ungewohnte Stille im gut gedämmten Innenraum, sondern ebenso viel Bewegungsfreiheit.

Der Kofferraum hat ein Ladevolumen von 480 Litern. Nach Entfernen der Abdeckung sind 580 Liter nutzbar. Weiters sind nach dem Umklappen der hinteren Sitze in Summe 1415 Liter Volumen ein gutes Maß.

Leider besitzt der Wagen keinen Frunk.

Technik

Unser Fahrzeug hat eine Antriebsleistung von 160 KW, verteilt auf zwei Motoren.  

Die Batterie kommt von einem Joint Venture zwischen Toyota und Panasonic namens Prime Planet Energy and Solutions. Es handelt sich um prismatische Zellen, welche auch zur Karosserieverstärkung eingesetzt werden – im Sinne einer structural battery.

Jene is im Unterboden des Fahrzeuges mit 71,4 kWh verbaut.Die Reichweite wird nach WLTP mit bis zu 513 Kilometer angegeben. Unsere Allrad Variante hat bei nasskaltem Wetter meist 415 Kilometer geschafft, was wohl auch den serienmäßigen 20-Zöllern in der Allradversion geschuldet zu sein scheint.

Der alltägliche Testverbrauch hat sich bei zirka 21 Kilowattstunden pro 100 Kilometern eingependelt.

An einer öffentlichen Ladesäule kann der Toyota bis zu 150 kW laden. Theoretisch: im Schnitt erreichten wir 96 KW. Zu Hause an der 11 kW Wallbox ist er in ca. 4 Stunden von 10 auf 90% geladen.

Schade, dass der bZ4X den Ladestand nur als Balken anzeigt, nicht als echten Prozentwert.

Fahren

Überraschend viel Spaß – den hatten wir gewiss. Der bZ4X AWD hat mehr Schwung als vorher gedacht.  Die bekannten Hybride brillieren zwar beim Verbrauch, aber kaum beim Fahrspaß.

Unser bZ4X beschleunigt vom Start weg mit Nachdruck, gibt seine Leistung von 336 Newtonmetern recht gleichmäßig ab und lässt erst bei Autobahngeschwindigkeiten spürbar nach.

Somit erfolgt die Beschleunigung von 0 auf 100. Ist in circa 7 Sekunden vollziehbar. Die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt bei 160 Kilometern pro Stunde.

Sein hohes Fahrzeuggewicht von rund zwei Tonnen sowie eine gewisse Tendenz zum Untersteuern lassen kaum sportliche Gefühle zu. Der bZ4X agiert trotzdem stets sicher und dennoch verbleibt er irgendwie dynamisch. Ich mag ihn sehr. Das Fahrwerk ist nämlich eher hart statt komfortabel. Dennoch fällt die Gesamtruhe im Fahrzeug ohne jegliche Vibrationen oder störende Geräusche auf.

Echtes One-Pedal-Driving ist nicht möglich; Um den Rekuperationsmodus zu aktivieren, muss eine Taste in der Mittelkonsole gedrückt werden. Lenkradwippen hat der bZ4X nicht.

Das liebe Geld & die Garantien

Die Batterie wurde eindeutig auf Langlebigkeit hin optimiert. So garantiert Toyota 70 Prozent der Kapazität bis zu einer Million Kilometern und 10 Jahren – so viel Garantie auf die Batterie gibt sonst wohl kein Hersteller.

Bei einer Batteriekapazität von unter 70% verspricht Toyota Ersatz. Deutlich mehr als die Konkurrenz zu bieten hat. Voraussetzung dafür ist das Warten des bZ4X nach Herstellervorgaben.

Für das Fahrzeug an sich gelten insgesamt drei Jahre Garantie, die sich ebenfalls auf bis zu zehn Jahre verlängern lassen.

Fazit

Insgesamt ist der Toyota bZ4X AWD ein Fahrzeug, welches stets genau das macht, was es soll.

Der Wagen hat uns in Sachen Fahrspaß positiv überrascht. Er fühlt sich schwungvoll an. Das Design ist Geschmacksache, ich persönliche liebe diese Art. Weg von der „Kernseifenoptik“ manch anderer Gesellen am Markt.

Toyota ist hier insgesamt auf dem richtigen Weg. Neue geopolitische Diskrepanzen bedingen neuer Herausforderungen – wenn die Entscheider in Japan wollen, schafft Toyota die nötige Wende. Allen Stammtischsachverständigen zum Trotz wird der Akku ewig halten.

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