Porsche Taycan 4S Cross Turismo im Praxistest

Auf asphaltierten Strecken ist jeder Taycan, also auch unser Cross Turismo zuhause.

Auch wenn Porsche in wenigen Wochen seine Facelift Modelle mit noch mehr Leistung, höhere Reichweite, schnellerer Beschleunigung und verkürzten Ladezeiten antreten lässt, durften wir den ersten Stromer der Marke noch einmal ausgiebig testen. Auch wenn es ein echter Porsche ist, gestatte uns doch bitte folgenden Zusatz: einen Porsche muss man einfach lieben.

Oder eben, wie in unserem Falle, eben eine Frau. Denn: sich derart überrumpeln zu lassen ist uns auch noch nie passiert.

Von Beginn an: einmal beim Fotoshooting im Schloss Kottingbrunn nicht aufgepasst, zack. Schlüssel weg. Samt Porsche. Und dann noch dieses freche Lächeln beim Aufzeigen des gefladerten Schlüssels. Na warte, Georgina, wilde Signora aus Bella Italia!

Von Beginn an: du machst ein Review mit einem ganz besonders tollen Fahrzeug. Machst das Foto und jenes, kommt diese junge Dame und entwendet uns die Schlüssel. Kurzer Blick in den Rückspiegel, Sonnenbrille auf und ab. Zumindest stilvoll ist muss frau ja Porsche fahren.

Also auf ans Telefon, call Don Giovanni aus Turismo, damit die Suche beginnen kann. Gefunden haben wir das Fahrzeug dann im Nirgendwo im Trentino. Zack, alles retour, kurz alle Beweise weggeputzt und weiter. Und Georina? Als wenn gar nichts gewesen wäre. Bene bravo, signora!









Den Cross Turismo gibt es, anders als die günstigere Taycan-Limousine, nur mit Allradantrieb. Trotz seines enormen Leergewichts von knapp 2,3 Tonnen und der Länge von etwa fünf Metern wirkt er gar leichtfüßig.

Mit seinen zwei Synchron – Elektromotoren bringt er laut Datenblatt die Leistung von 490 PS auf die Piste. Klingt beeindruckend? Na, dann drück das Strompedal mal kurz ganz durch. hier werden schlagartig 571 PS zur Verfügung gestellt. Es zuckt kurz und der Taycan legt spürbar bei Tempo 120 den zweiten Gang ein. Andererseits spürst du bei ungefähr 80 km/h ein leichtes Herunterschalten. Ungewohnt, aber geil.

Also bitte stets alle Sonnenbrillen und Handtaschen festhalten.

Nun wird im Alltagsbetrieb hoffentlich niemand auf die Idee kommen, aus der heimischen Garageneinfahrt mit aktivierter Launch Control in 4,1 Sekunden auf Landstraßentempo zu beschleunigen. Es ist vielmehr das immerwährende Leistungsvermögen in alltäglichen Situationen, welches herausragt. Wenn etwaige Beschleunigung ohne Verzögerung umgesetzt wird. Ja, dann fühlen sich 2,3 Tonnen an wie ein VW Polo der ersten Generation. Spätestens auf den kurvigen Straßen im Tristingtal kann wenig Elektrisches, schon gar kein Verbrenner mehr mithalten. Ungewohnt, aber wieder geil. Aber immer noch nicht vergessen: festhalten!

Wobei das so eine Sache ist, wenn dein Coupebruder vor die fährt und du den Chronometer im Visier hast. Ist es nun wirklich friendly fire von Linkin Park, so wie es via Carplay und Spotify anzeigt wird? Völlig wurscht, wenn sich dein Kopf völlig entspannt an der nahezu schönsten Kopflehne der Welt anschmiegen darf.

Theoretisch treiben die E-Maschinen den Taycan auf bis zu 240 km/h an – kann man machen, muss man aber nicht. In Österreich wird dann nicht nur mehr der Führerschein, sondern gleich das gesamte Kunstwerk der Porsche Schöpfung an Ort und Stelle konfisziert. Zack.

Und, nona, solltest du dem scharfen Blick der Gendarmerie entkommen: dann such die immer rasch eine Lademöglichkeit. Wer nämlich stetig im Sport-Plus-Fahrmodus – stilvoll per Kunststoff-Drehregler am Lenkrad einstellbar – unterwegs ist, entfernt sich selbst meilenweit von der seitens Hersteller angepriesenen 415 bis 490 Kilometern WLTP-Reichweite. 24,8 bis 21,3 kWh Strom auf 100 Kilometer beträgt der uns zugewiesene Durchschnittsverbrauch. Disziplin ist hier alles. Oder eben nicht.

Auch hier ist es völlig egal, weil zumeist auch eine MER Station in deiner Nähe ist. Denn dann gilt stets: jede Pause = ein MER an völliger Entspanntheit.

Schön steht er da. Aber was, wenn Georgina wieder um die Ecke kommt?

Generell wird beim Gespräch ein entscheidendes Merkmal gelegentlich vergessen. „Cross Turismo“? Ach ja: Handelst es sich bei diesem Wording nicht um die Verleihung gegenüber der Coupé-Version um ein deutliches Plus an Alltagsnutzen und Reisetauglichkeit? Ok, nun können die anderen einpacken! Oder eben nicht.

Einige Offroad-Optik-Optionen wurden hier ebenso hinzugefügt werden. Kunststoff Beplankungen, welche die Robustheit sowie eine gewisse Abenteuerlust vermitteln. Dass jemand mit diesem elektrischen Allradler (schlechtere Strecken als Schotterpisten ansteuert, allein dafür fehlt mir eigentlich die Fantasie. Dann doch lieber drei Mal zur Waschanlage – Shining brite!

Tätigt man unten am Konsolenbildschirm das Gravel-Touchfeld, erfolgt bestmögliche Traktion mit minimierten Drehzahlunterschieden an den Achsen. Nun spürst du auch das sich vollpumpende Luftfahrwerk. Wieder geil.

Dank seiner überlegenen 800-Volt-Bordarchitektur kann der Taycan an jeder bis zu 270 kW sind drin – theoretisch, optimal.

Im Cockpit gibt es (fast) gar keine Unterschiede zum normalen Taycan. Hinter dem Volant sitzt ein gebogenes Display, die Bedienung des Infotainments erfolgt über einen 10,9 Zoll Touchscreen, für die Klimaeinheit gibt es einen weiteren Berührbildschirm und auf Wunsch ist auch noch direkt vor dem Beifahrer ein Touchscreen verbaut. Es wartet eine gehörige Extraliste.

Die Karosserieform inklusive Dachreling wirkt sich positiv auf 47 Millimeter mehr Kopffreiheit für die Passagiere im Fond aus.

Die tiefe Sitzposition vermittelt Sportwagengefühl, der Kofferraum zeigt klar Nehmerqualitäten. Samt der 446 bis 1212 Liter kann der Porschefahrer mehr mitnehmen als nur die Damenhandtasche.

Der Taycan verfügt zwar über die heutzutage üblichen digitalen Spielwiesen, der zentrale Touchscreen ist allerdings schmächtig ausgefallen. Darunter gibt es einen weiteren Monitor, der ausschließlich die klimatischen Bedingungen im Fahrzeug regelt. Selbst die Luftaustrittsdüsen werden darüber gesteuert – nicht unbedingt für die schnelle Einstellung geeignet. Es gibt einen Startknopf, der wird allerdings nicht zum Motorstart benötigt: Sobald der Fahrer einsteigt und den Fuß auf die Bremse stellt, ist der Taycan abfahrbereit.

Damit keine Missverständnisse entstehen: diese Geschichte ist natürlich frei erfunden. Dem Porsche ging und geht es weiterhin gut, Don Giovanni nennt sich in Wirklichkeit Renzo und Georgina ist unser Model für diese Story. Danke vorab, euch Superheroes! Und ja: sauber war das Fahrzeug natürlich ständig. Dafür hat Don Gio.., äh Renzo bestens gesorgt.

Fazit

Aus dem Porsche Taycan 4S Cross Turismo fällt wirklich jeder Abschied schwer – auch uns, definitiv.

Den Spagat zwischen Porsche Erlebnis und Familienkutsche bringen nur wenige Marktbegleiter ebenbürtig hin. Dies liegt nicht – nur -an der tiefen Sitzposition. Nein, ein Porsche ist ein Porsche, ist ein Porsche, ist ein.., ja ja..

Für diesen sollte auch immer genügend, eher wohl reichlich Geld sollte zur Verfügung stehen. Unser Testfahrzeug kostet samt den Extras 160.897 Euro. Leider nicht so geil. Hast du es, ist es doch wieder geil. Denn hier fährst du einen echten Porsche samt trendiger Cross Over Elemente mit sagenhafter Verarbeitungsqualität. Leider wahr!

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