Die sechste Generation des Subaru Outback erneut im Praxistest

Es gibt sie noch, die kleinen, aber feinen Automobilhersteller. 

Subaru zum Beispiel konzipiert schon seit 1980 den Markt mit seinen allradangetriebenen Modellen, welche mit ihrer Robustheit anfangs vor allem bei Förstern und Jägern populär waren. Der Kundenstamm der Marke gilt heute generell noch als extrem markentreu als auch nutzeninteressiert.

Ob die Überarbeitung des Boxermotors und des stufenlosen CVT-Getriebes auf der neuen Subaru Global Plattform für mehr Komfort und Fahrspaß sorgen, musste der ausführliche eTOURING Praxistest von Matthias zeigen.

Zum ersten Mal im Leben durfte ich einen Subaru fahren – und er hat nicht enttäuscht.

Als Vier-köpfige- Familie stand ein Urlaub ins Mühlviertel an. Für mich als Non Automotive ein Wagnis und eine echte Challenge. Ich durfte diesmal selbst testen, da wir aufgrund eines Fahrzeugs Ausfalles Transportprobleme für den Rollstuhl hatten.

Wo nur das ganze Gepäck unterbringen?

Den Einstieg nach hinten absolvieren die Fondpassagiere mühelos und genießen auf der straff gepolsterten Rückbank jetzt enorme Knie-, Kopf- und Schulterfreiheit. Lediglich sehr große Menschen gehen mit dem Dachhimmel auf Tuchfühlung. Die Beinfreiheit reicht für echte Riesen wie mich vollkommen.

Angenehm sind dabei die relativ niedrige Gürtellinie und die waagrechte Oberschenkelauflage.

Der riesige Kofferraum fasst jetzt 435 Liter Stauvolumen. Durch Umklappen der Rückbank mit zwei Klappen im Gepäckabteil kann dieser auf bis zu 1480 Liter vergrößert wird. Angenehm beim Beladen sind die niedrige Ladekante, ein zusätzliches 45-Liter-Fach im Unterboden und jede Menge Verzurrösen.

Der Subaru Outback bot mehr als genug Platz.

Im Kofferraum konnten wir neben einer Sporttasche und einem Koffer, mehreren kleineren Taschen ohne Probleme auch einen Rollstuhl unterbringen. Dabei wurde die Sicht im Rückspiegel nicht im Geringsten beeinträchtigt. Fahrer und Beifahrer genießen absolute Beinfreiheit, ohne dabei den Mitfahrern auf den Rücksitzen Platz zu nehmen. Generell ist der Platz, den man als Fahrer genießt, unglaublich angenehm. Man fühlt sich weder zwischen Lenkrad und Sitz eingeklemmt, noch muss man seine Hände an den Körper pressen. Nicht ein einziges Mal fühlte ich mich auf unserer doch fast drei-Stunden-Fahrt auch nur in irgendeiner Weise unangenehm.

Das Fahrgefühl selbst trägt dazu auch einen großen Beitrag bei. Obwohl der Outback wohl als Offroad Auto gedacht ist, fährt er sich irrsinnig angenehm auf der Straße. Man spürt kaum einen Stein, sitz durchaus höher über der Fahrbahn und auch das Motorgeräusch ist kaum wahrzunehmen. Zwar ist es nicht so leise wie bei einem Elektrofahrzeug und er wird lauter, wenn man zum Überholen ansetzt, verglichen mit anderen Wagen in dieser Größenklasse kann man trotzdem mehr als zufrieden sein. Gespräche waren selbst bei hoher Geschwindigkeit, ohne lauter werden zu müssen möglich, was ich nicht von jedem Auto so kenne.

Der serienmäßige permanente Allradantrieb zeigt sich von seiner besten Seite bezüglich der Traktion.

Für den Vortrieb setzt Subaru beim Outback nämlich traditionell auf den Boxermotor, eine stufenlose Automatik und den permanenten Allradantrieb Symmetrical AWD. Der laut Subaru zu 90 Prozent runderneuerte 2,5-Liter-Boxerbenziner entwickelt nun 124 kW/169 PS und ein maximales Drehmoment von 252 Nm, das bei knapp 4000 Umdrehungen anliegt. Das sind sogar sechs PS weniger als beim Vorgängermodell, doch die Überarbeitung tut dem Neuen gut: Besonders bei niedriger Drehzahl steht jetzt mehr Drehmoment parat, was im direkteren Ansprechverhalten spürbar wird.

Den simulierten Überholvorgang von 60 auf 100 km/h erledigt der Subaru in 6,7 Sekunden, von 80 auf 120 km/h geht es in 8,0 Sekunden. Laut Hersteller schafft es der Kombi in 10,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100.

Auch die stufenlose CVT-Automatik Lineartronic wurde für den Boxermotor angepasst. Man hat jetzt irgendwie das Gefühl, dass der Motor direkter und besser beschleunigt und auch auf der Autobahn bei gleicher Geschwindigkeit nicht mehr so hochdreht. Das berüchtigte Aufheulen beim spontanen Gas geben hat Subaru bei der Lineartronic weitgehend eliminiert. Und wer will, kann mit acht manuellen Schaltstufen ohnehin auch selbstständig schalten.

Mit 8,0 Liter Super je 100 Kilometer erweist sich der Outback 2.5i leider nicht ganz sparsam. Das Fahrwerk ist straff, in Summe jedoch überhaupt nicht unkomfortabel abgestimmt. Dass die Kurvenhatz auf den Straßen aber keinen rechten Spaß macht, liegt nicht nur an den bauartypischen Wankbewegungen der hohen Karosserie, sondern vor allem an der sehr indirekten Lenkung: Kein spürbarer Fahrbahnkontakt, eine undefinierbare Mittellage und wenig Gefühl, wo es beim Einlenken hingehen wird – hier ist noch Abstimmungsbedarf.

Der sogenannte X-Mode kann zudem auf dem zentralen Touchdisplay in drei Stufen eingestellt werden: Schnee/Schmutz, Normal und Tiefer Schnee/Matsch.

Ausgestattet mit alles Tricks der Automobilindustrie gleicht das Innenleben des Subaru zwar wie die meisten modernen Autos schon eher einem Flugzeug Cockpit, ist jedoch im Gegensatz zu anderen Modellen einfach durchschaubar.

Im Innenraum verzichtet Subaru weitgehend auf Knöpfe und Tasten: Als zentrales Bedienelement fungiert im waagrechten Armaturenbrett ein 11,6 Zoll großer, Tablet-artiger Touchscreen, über den sich unter anderem Navigation, Infotainment, Klimatisierung und die Apps des – mittlerweile kabellos – per Apple CarPlay oder Android Auto eingebundenen Smartphones steuern lassen. Funktioniert nach kurzer Einarbeitung tatsächlich gut – auch weil die Lautstärke noch per Drehschalter regelbar ist und die Klimaanlage per Direkttaste angewählt wird.

Seit einer Mini-Überarbeitung Anfang 2023 integriert der Outback auch den „what3words“-Service ins Navigationssystem. Damit sollen Adressen und Navigationsziele einfacher gefunden werden. Zur kleinen Modellüberarbeitung hat Subaru dem Outback zudem einen USB-C-Anschluss spendiert. Darüber hinaus gibt es Detailverbesserungen beim Gurtwarner und der elektronischen Fahrmodus-Auswahl.

In punkto Sicherheit befindet sich der Outback auf dem aktuellen Stand der Technik. Hier wurde das bewährte EyeSight-Assistenzsystem beim Modellwechsel sogar erweitert. Die Stereokamera ist nun direkt an der Windschutzscheibe befestigt, was den Arbeitsbereich vergrößert – und zusätzliche Funktionen ermöglicht.

Der Outback verfügt nun serienmäßig unter anderem über Notbremssysteme vorne und hinten, einen Ausweich-, einen Totwinkel- und einen aktiven Spurhalteassistenten sowie eine Verkehrszeichenerkennung. Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer mit dynamischer Kurvenlichtfunktion und das adaptive Fernlicht verbessern die Sicht.

Auffallend schön ist der große Bildschirm auf der Mittelkonsole. Alle Menüpunkte des Systems haben auf einem Bildschirm Platz, wodurch man sich lästiges scrollen und suchen spart. Positiv anzumerken war das Navi direkt im Cockpit. Hier gab es bei unserer Fahrt leider kleine Unstimmigkeiten, vermutlich auf Grund fehlender Updates.

Wurden auf einer Karte Baustellen angezeigt, so sah man auf der anderen keine. Auch angezeigte Geschwindigkeitsbegrenzungen stimmten nicht immer überein, was teilweise für Verwirrung im Auto sorgte, und auch für das ein oder andere Grinsen.

Die Strecken, welche wir gefahren sind, waren für den Outback generell kein Problem. Egal ob nass, trocken, Asphalt, Waldweg oder Schotter und völlig irrelevant, wie steil – mit dem Outback wurde jede Fahrbahn bewältigt. Er fuhr sich am Weg zum Bauernhof genauso gut wie beim Ausflug in die Stadt. Auch die Beladung selbst machte keinen Unterschied.

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