Praxistest Mellow Yellow: Volvo EX30
Mein Testfahrzeug kommt in der höchsten Ausstattungsstufe „Ultra“ sowie „Single Motor Extended Range“ mit 200 kW (272 PS) und 343 Nm Drehmoment an der Hinterachse daher, was für eine Beschleunigung von 0 auf 100km/h in etwas weniger als sechs Sekunden sorgt.
Die Akkukapazität beläuft sich auf 69 kWh, womit theoretisch 480km Reichweite erreicht werden könnten.
Mit einem Basispreis von € 36.150.- reiht sich der kleine Elektroschwede am unteren Ende der voll elektrischen E-Serie von Volvo bestehend aus EC40, EX40 und EX 90 ein.
Exterieur:
E-Auto-typisch empfinde ich die Front ohne Lufteinlass lediglich in Bodennähe finden sich ein paar Schlitze, die vermutlich zur Bremsenkühlung dienen.
Markant sind die gepixelten „Thor’s Hammer“ Scheinwerfer, welche man ja von der Beteiligungsmarke Polestar kennt, wie auch das reduzierte Volvo Logo, welches stolz an der glatten Schnauze prangt.
Als besonderes und sehr elegantes Designelement gelten die annähernd randlosen flächigen Rückspiegel. Jene lassen sich bei aller Schönheit außerdem sehr gut reinigen, ohne in versteckten Ecken hängenzubleiben oder nicht an den letzten Dreck ranzukommen, einfach Top!
Die Karosserie wirkt relativ hoch aufgebockt auf den großen 20“ Alurädern, und ein wenig in der Länge gestaucht, was ja auch gut zur Klasse eines Kompakt-SUVs passt, dafür zieht sich die Dachlinie des in dieser Ausstattungsvariante enthaltenen großzügigen schwarz getönten Panorama Glasdaches elegant ein wenig hinab zur breiten C-Säule, am Übergang zwischen Schwarz und Gelb prangt stolz auf einem ebenfalls schwarzen gehaltenen Längs-Fries das „EX30“ Logo.
Das hintere Seitenfenster hingegen zieht sich mit keckem Schwung nach oben, in der gedachten Verlängerung dieser Linie reckt sich ein großer schwarzer Dachkantenspoiler in den Luftstrom zur aerodynamischen Verbesserung der Abrisskante
Am Heck lässt sich wieder die Polestar-Verwandtschaft ablesen, mit den C-förmigen Heckleuchten, allerdings sind diese hier nicht unten verbunden wie beim Polestar 2, lediglich zwei schwarze Zierstreifen verbinden die Leuchten zu einem Rechteck.
Dafür ergänzten zwei vertikale Leuchtleisten die Heck-Illumination am Abschluss der C-Säulen, welche wiederum SUV-typisch mit der Heckscheibe relativ steil abfallen.
Insgesamt steht der Wagen aber trotz genannter Stauchung und Hochhackigkeit aufgrund der kurzen Überhänge, der großen Räder und der eleganten oberen Linienführung ziemlich knackig und sportlich auf der Straße.
Interieur:
Volvo hat sich besonders bei diesem Modell das Thema Nachhaltigkeit ganz groß ans Banner geheftet. So finden sich im Innenraum geflochtener Flachs, Leinsamenpflanzen oder Denim Material aus recycelten Jeans als Türverkleidungen oder Instrumententräger wieder, Die Sitzbezüge bestehen aus einem Mix aus Wolle und 70% wiederverwerteter Polyesterfaser, und die Bodenteppiche waren einmal zu 100% PET-Flaschen.
Auch bei Fahrwerk und Karosserie finden sich 17 % recyceltes Aluminium, bei Stahl sind es sogar 25%, man will hier mit diesem Wagen ganz eindeutig ein Zeichen setzen, und potentiellen Stromer-Kunden, die für derlei Argumente natürlich zugänglich sein werden, weiteren Zündstoff für eine Kaufentscheidung geben.
Der Innenraum wirkt zwar auf den ersten Blick modern-kühl, wartet dann aber dennoch mit schick-eleganten Designlösungen auf, ohne den Sinn für das Praktische zu verlieren.
Mir haben es besonders die verchromten Türgriffe angetan, welche erstens ohne allzu weites Hinauslehnen zum Schließen bedienbar, und außerdem durch ihre vollständige (Ring)-griff-Ausführung besonders gut greifbar sind, und trotzdem sehr fesch aussehen.
Zu nennen wären außerdem die fast an Art-Deco-Design anmutenden Luftauslässe, und der in zwei Stufen aus der Mittelkonsole ausfahrende raumschiffartige Cupholder mit praktischen Gummi-Haltelippen und darüber liegender Armlehne. Darunter befindet sich außerdem noch ein zusätzliches, mit Klappen versehenes, geräumiges Ablagefach,
Die farbige Ambiente-Beleuchtung mit einstellbaren Themes wie „Nordic Twiglight“ oder „Midsummer“ macht dann aus der vorerst kühlen Raumatmosphäre eine futuristisch anmutende mobile Wohlfühllandschaft. Überhaupt wenn dann noch echtes Abendlicht durch das riesige Panorama-Glasdach einfällt.
Zentral am Armaturenbrett befindet sich ein 12,3“ Touchscreen, über den so gut wie alle Funktionen ansteuerbar sind, angefangen von Heizung/Klima, Auto/Fahrwerkseinstellungen, Infotainment Programm mit integrierter Google-Umgebung bereits vorinstalliert (natürlich kann man auch sein Smartphone z.B. über Android Auto verbinden), bis zum Öffnen des Handschuhfaches.
Im Fond geht es hingegen eher spartanisch zu, Kartenfächer an den Rücklehnen sind hier das höchste der Gefühle, wenigstens gibt es für jeden Mitfahrenden einen USB-C Anschluss an der Rückseite der Mittelkonsole, hier befinden sich auch die Steuerelement für die Fensterheber, was vermutlich für Fragen sorgen wird, wo sich diesen denn nun befinden, darunter gibt es auch noch ein Ablagefach.
Platz & Komfort:
Vorne sitzt man bequem, hier kann man sagen, es ist weder zu wenig noch zu viel Platz, alles ist gut erreichbar, die Sitze bieten ausreichend Seitenhalt, ohne jetzt Sportsitzcharakter zu haben, die Sitzverstellung erfolgt über ein seitlich an der Sitzfläche angeordnetes Joystick-Element.
Das oben und unten abgeflachte beheizbare (springt bei kühleren Temperaturen offenbar automatisch an und muss ausgeschaltet werden) und etwas dünngriffige Lenkrad im Renn-Style finde ich aber immer irgendwie irritierend. Geschmackssache. Links befinden sich die Kontrollknöpfe zur Steuerung von Tempomat und Menüführung, rechts die für Audioanlage, Telefonie und Sprachsteuerung.
Wie bereits erwähnt gibt es ausreichend Ablageflächen, auch für das Mobiltelefon befindet sich unter dem Touchscreen eine Aufbewahrungsmulde mit schräg stehender Ladewanne, in den Seitenfächern gibt es ebenfalls Stauraum, der könnte aber auch etwas größer bemessen sein.
Im Fond hingegen geht es, das muss ich sagen, echt eng zu, die Sitzauflagefläche ist sehr kurz, und wenn ich, mit 1,75m Körpergröße eher nur mittellang gestreckter Mensch vorne sitze dann bleiben da hinten grad einmal 15cm über mit Ach und Krach, da ist in unserem alten Zweitwagen, ein Fiesta Baujahr 2006 doch deutlich mehr Platz für den Nachwuchs auf den billigen Plätzen, auch wenn der Volvo mit 4235mm sogar rund 30cm länger ist. Auch in der Breite wird das Erreichen des Gurtschlosses mühsam, wenn da noch eine Kindersitzerhöhung aufliegt.
Die Isofix-Anschlüsse sind aber gut sichtbar und ohne Pfriemelei erreichbar, da läuft man nicht in Gefahr mit dem Anschlussteil den Stoffbezug zu schlitzen, und wenn sie nicht in Gebrauch sind, werden sie, auch einfach aber effektiv, mit einem Latz des Sitzbezuges, welcher in die Ritze zwischen Sitzfläche und Rückenlehen gesteckt wird, verdeckt.
Der Kofferraum ist flach und ausreichend geräumig, vermutlich aus konstruktiven Gründen ist die Ladekante recht hoch, darunter befindet sich aber noch ein verstecktes Stauraumfach bei Anhaben der Kofferraumabdeckung, gut zur Unterbringung der Ladekabel beispielsweise.
Weiters findet man nette Details wie versenkt einklappbare Verzurr-Ösen und, einfach, aber gut, 2 Klettverschlüsse, die das Pannendreieck an der Hinterkante der Kofferraumabdeckung quasi unsichtbar und dennoch auch bei vollem Kofferraum schnell greifbar halten. Das gefällt mir.
Was mir nicht gefällt ist die Abschlusskante der Kofferraumabdeckung, die franst nämlich sichtbar aus, bzw. lässt der kaschierte Stoff den Untergrund weiss hervorblitzen, wäre das schwarz würde es nicht so auffallen, oder ein umlaufendes Kantenschutzprofil könnte ich mir jetzt auch vorstellen.
Also das wirkt billig und geht besser, ihr lieben alten Schweden, wo bleibt hier das Qualitätsmanagement, auch wenn das nur ein sehr unscheinbares Detail in einem größtenteils sehr positiven Gesamtbild ist, aber so etwas würde mich ärgern, wenn ich den Wagen gekauft hätte.
Zusätzlich gibt es unter der vermeintlichen Motorhaube noch einen 7l-Frunk, also ein Gepäckablagefach in der Fahrzeugfront.
Basics:
Der rechte Lenkstock ist als Hebelschalter ausgebildet und wartet auf mit den Fahrfunktionen R, N und D sowie der Parkstellung als Druckknopf, Verwirrend empfinde ich aber das D unten und R oben sitzt.
Handbremsung erfolgt vollautomatisch bei Aufruf der Parkstellung, wiewohl ich ab diesem Zeitpunkt sowieso nur mehr aussteigen und von dannen ziehen muss, es gibt keinen Start-/Stoppknopf mehr, und der Wagen schließt automatischen ab, sobald ich ein paar Meter davon gehen, auch das Licht schaltet sich dann aus.
Der mittig angeordnete Touchscreen zeigt im oberen Bereich Tempo, sowie Objekte um mich herum auch im toten Winkel an, zusätzlich warnen rote LED’S in den Rückspiegeln und ein akustisches Signal vor potentiellen Gefahren links und rechts, ebenso vorne bei Ausfahrten aus engen Einfahrten und Garagen.
Darunter befindet sich ein großer Teil mit dem Google-Maps Navigationsfenster, Uhrzeit und dergleichen.
Ganz unten findet sich dann die Steuerleiste für Heizung, Sitz- und Lenkradheizung und zum Aufruf der Fahrzeugeinstellungen wie Fahrwerksmodi, Spiegelsteuerung, Beleuchtung und mehr. Ob Handschuhfach, Rückspiegeln und Warnblinkanlage zwingend über ein Menü am Screen gesteuert werden müssen ist sicher zu diskutieren, für Letztere gibt es aber auch an der Überkopf-Konsole am Dach einen physischen Knopf.
Generell bedingt die Steuerung so vieler Funktionen über einen mittigen Screen, dass man den Blick relativ oft darauf hat anstatt auf der Straße, was die On Board Assistenzsysteme ums bedeutender macht. Ein Head Up Display zentriert über dem Lenkrad für die wichtigsten Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Navigationspfeile und den Tempomat/Autopilot wäre aber schön.
Super finde ich auch hier, dass ich mein Handy nicht per Kabel mit Android Auto verbinden muss, das funktioniert hier alles über bidirektionales Bluetooth, der Sound über die unsichtbar im Armaturenbrett eingebaute Harman-Kardan (u.A. auch Bang & Olufsen) Soundbar ist ebenfalls tadellos, auch wenn bei Einstellung „Center Surround“ der Sound doch eher von vorne kommt, trotz der seitlich und im Kofferraum verbauten Woofer, im Fond gibt man sich mit Multiband Lautsprechern zufrieden, generell ist hier alles eher auf die erste Sitzreihe ausgerichtet.
Insgesamt treiben hier 9 Speaker ihr Unwesen, technisch gesehen handelt es sich um ein 5.1 Surround System mit beachtlichen 1.040 Watt Systemleistung.
Getestet mit dem Album „Human Racer“ von Alpha Blondy, Reggae mit sattem Sub-Bass und rockigen Gitarren dazu, kommt hier richtig gut, mit Wumms aber trotzdem brillant in den Hochtönen, bestens verständlichem Gesang, doch niemals schrill.
Nur Radio kommt leider etwas dünn daher, dem Sendeverlust Tribut zollend.
Fahrerlebnis:
Bereits ohne Druck am Strompedal setzt sich der Wagen äußerst sanft, eben ganz „mellow“ in Bewegung, und fährt sich komplett easy und unaufgeregt, leichtfüßig bei mäßiger Saftzuführung.
Möchte man bei noch nicht gerade ausgerichteter Lenkung und vielleicht noch feucht-glatter Straßenoberfläche zu rasch den Satz nach vorne ansetzen, merkt man ein leichtes Durchdrehen der Räder hinten und Schieben der Räder vorne, welches aber sofort von den Fahrwerksystemen ausgeglichen wird.
Ja, und wenn ich dann schön auf gerader Straße und keinem Hindernis voraus das Pedal nachdrücklich gen Unterboden zwinge, dann geht auch hier schon gehörig die Post ab, knapp 6 Sekunden sind es auf den 100er, da kommt auch schon ein ganz saftiger Tritt in den Rücken mit einher (Wer noch mehr braucht nimmt die zweimotorige Version mit 428 PS, was dann auch ohne Verlust des Wagens schon für bleibende Rückenmarksschäden sorgen könnte).
Das trifft auch dann noch zu, wenn ich mich auf meiner Haus-Teststrecke beherzt in die lang gestreckten Kurven werfe oder die gelegentliche Steigung hinauf wiesle. Hier wird stets die Unterstützung des sehr guten Fahrwerks wahrgenommen.
Lediglich bei beladenem Wagen auf der Autobahn spürt man den Ruck zwar, er fällt aber nicht so heftig aus wie bei manch anderem Doppelmotor-Stromer.
Allerdings warnt einen der unvermeidliche Piepser natürlich, wenn man sich geschwindigkeitstechnisch Schwierigkeiten mit dem Gesetzgeber nähert, allerdings weniger penetrant wie in anderen Vertretern seiner Spezies. Bei 180km/h ist theoretisch sowieso Schluss und abgeregelt. Ein Sicherheits-Feature, welches sich seitens Volvos heraus bedingt hat.
Den Tempomaten empfinde ich als ein wenig umständlich, er reagiert manchmal gar nicht, manchmal nur zeitverzögert auf Tastendruck, und dann in 5km/h Schritten, es mag aber auch sein, dass er in diesem Fall durch den relativ groß eingestellten Abstandhalter zum Vorderfahrzeug überbrückt wurde, trotzdem geben mir die beiden Tasten auch zu wenig haptisches Feedback, hier wäre eine Up/Down Wippe, ein Scrollrad oder gleich Speicherplätze mit voreinstellbaren Geschwindigkeiten praktischer.
Die Assistenzsysteme das Wagens ermöglichen teilautomatisiertes Fahren nach Level 2, An Fahrsicherheitssystemen gibt es alles was man sich vorstellen kann, der Spurhalteassistent arbeitet zuverlässig daran einen auf der Straße zu halten, lässt man das Lenkrad allerdings ganz los ertönt alsbald ein Warnpiepser und ermahnt, die Hände wieder schön am Lenkrad zu belassen.
Das Autopilotsystem mit automatischer Hinderniserkennung und Abstandshalter passt das Tempo automatisch und butterweich an vorausfahrende Fahrzeuge an, bis der Platz wieder frei ist, das funktioniert allerdings nur bis 130 km/h, darüber ist man dann wieder Herr über seine eigenen kriminellen Machenschaften.
Vorsicht ist aber geboten, wenn man sich zum Beispiel geschwindigkeitsautomatisiert hinter anderen Fahrzeugen an einer Autobahnausfahrt eingeordnet hat, das Fahrzeug dann aber nach Abbiegen kein Hindernis vorne mehr erkennt und munter mitten in die Klothoiden-Kurve hinein Gas gibt.
Außerdem verfügt der EX30 über einen vollautomatischen Einparkassistenten bei Schräg-Quer und Längsparkplätzen. Ich teste das zunächst schräg, einfach die Kamera, welche auch mehrere Außen Ansichten bietet, einschalten, und er scannt nach freien Parkslots, piepst wenn er was gefunden hat und zeigt dies links unten in der Fahrzeugdraufsicht an. Ein Druck auf das Feld mit der Nummer, Hände los vom Lenkrad, und der Wagen richtet sich sanft ein, und fährt dann ganz smooth in die Parklücke ein und gibt Bescheid, wenn das Manöver beendet ist.
Genauso funktioniert es bei einem Längsparker auf einem Schulparkplatz, wobei das Gefühl na ja, sagen wir spannend ist. Als ich dasselbe auf freier Straße versuche, kommt der erste Schreckmoment, als von hinten ein Wagen zum Überholen ansetzt, ich habe den Fuß an der Bremse und die Hände über dem Lenkrad, aber zum Glück ist links genug Platz.
Als der Wagen dann aber meiner Meinung nach viel zu schnell in die diesmal deutlich engere Parklücke rein will schreit mein innerer Autopilot: Angst! Ich breche das Manöver ab und fahre selbst (vermutlich schlechter) in die Parklücke, ganz ist das Vertrauen in die Technik bei mir noch nicht da.
Ein Wort noch zu den Blinkern-Hier ist der Widerstand zwischen Antippen für 3x Spurwechselblinken und voll blinken etwas zu gering, bei voll Blinken hört er aber manchmal nach durchgefahrener Kurve nicht auf damit, außerdem ist der elektronisch erzeugte Blinkersound für mich manchmal zu leise, insbesondere wenn Musik läuft, hier wäre eine Lautstärkenanhebung, die sich an die Beschallungsanlage anpasst hilfreich, ich kann mir aber gut vorstellen, dass sich hier in irgend einem Untermenü Einstellmöglichkeiten finden.
So wie bei vielen Stromern spürt man das wahre Gewicht bei der Fahrt über Temposchwellen, Gehsteigüberfahrten etc. der Stoß wird zwar heraus gebügelt, jedoch schwingt das Gefährt bei langsamen Geschwindigkeiten doch ein wenig nach was ein gewisses Poltern erzeugt.
Im Fahrbetrieb und bei flottem gefahrenem Kurven bleibt die Straßenlage jedoch neutral hier merkt man höchstens mal eine leichte automatische Korrektur gegen Lastwechselreaktionen und Vergleichbarem, allgemein liegt der Wagen durch den tiefen Schwerpunkt mit Batterie im Unterboden gut und satt auf der Straße, und man hat nie das Gefühl gegen etwas ankämpfen zu müssen.
Und dann habe ich noch „One Pedal Drive“ ausprobiert, hier liegt volle Rekuperation an. Sprich: gehe ich vom Pedal, bremst der Wagen bis zum Stillstand ab. Hier bremst also der Motor als Generator und speist die kinetische Energie wieder retour in die Batterie. Das funktioniert beispielsweise bei Autobahnabfahrten oder kontrolliertem Abbremsen zu einer Kreuzungsampel hin ganz gut, ein bisschen Eingewöhnung brauchte, um auf den Punkt hinzukommen. Für mich als Laien wirkt es manchmal so, als hätte jemand vergessen die Handbremse zu lösen. Stets zu bemerken auf kurvigen Landstraßen mit häufigeren Tempowechseln. Man kann das aber auch nutzen, um sich in die Kurven reinzubremsen ohne je auf die Bremse gestiegen zu sein.
Zur Reichweite: Angegeben sind 480km unter optimalen Bedingungen, real und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herum jedoch wohl eher an die 350km
Ich übernehme den Wagen mit 50%% ca. 80km später verbleiben noch 28%, beim Laden zeigt mir der 150 kW CCS MER-Hypercharger bei Start und ca. 2°+24% an, bis 86% benötigt er mit durchschnittlichen 51,63 kW ca. 50 Minuten, allerdings hatte ich den Akku nicht vortemperiert, was aber unterstützt worden wäre.
Fazit:
Aufgrund des doch nicht ganz so großen Platzangebotes im Fond kann ich mir den Wagen neben Elektro-Singles gut vornehmlich im Zwei-Personen Betrieb vorstellen. Sprich: entweder Jungpaare mit trotz des vergleichsweise niedrigen Einstiegspreises ausreichendem elterlichen Sponsoring oder einträglichem Jungunternehmertum oder Eltern, bei denen das Jungvolk bereits ausgeflogen ist. Pensionäre werden vielleicht noch etwas höher sitzen wollen. Bei ausreichend vorhandener Agilität und Aufgeschlossenheit gegenüber dem E-Mobil und Sinn für gewissen Fahrspaß wäre das aber natürlich auch sehr denkbar.
Für Familien mit Kindern würde ich ihn aber nur bedingt als Zweitwagen empfehlen.
In jedem Fall ein frisch-frecher Auftritt mit sportlichem Antritt, voller elektronischer Raffinessen und gewieft- elegantem Design.
09.12.2024; Andreas Moitzi-Eibler; Bad Vöslau-Gainfarn.



























































































