Mustang – der wilde, nahezu unzähmbare Hengst. in Eruption Green: was soll ich sagen…
Der erste Ritt
Keyless Entry macht es leicht, das Fahrzeug zu öffnen und sich auf den Sitz zu schwingen. Den Schlüssel in der Hosentasche zu haben reicht vollkommen aus. Alternativ kann man sich auch mit einem Code den Zutritt sichern – das Zifferfeld im Türrahmen ermöglicht das, ein Feature, dass man anderswo vergebens sucht. Wir haben es mit dem Pony Mustang Mach-E ER AWD 99 kWh / 272 kW (370 PS) Premium (SUV) zu tun.

Markant ist im Mustang das hochformatige und große Display. Ein verspielt wirkendes, aber absolut traumhaftes Detail ist der Drehregler sozusagen „im“ Display.
Der Druck auf den Start-Knopf erweckt das Tier, die Technik ist einsatzbereit. Spiegel eingestellt, Gurt eingerastet und hui, da galoppiert er ganz schön los. Der erste Tritt aufs Strompedal bringt schon mächtigen Vortrieb. Man bemerkt auf loserem Untergrund auch den Allradantrieb, der stabilisierend eingreift und hilft – Danke.

Unser Testwagen kann aber auch anders, nämlich ganz schön verzögern. Bremsen aus dem Hause Brembo stehen für verlässliche Sicherheit, auch wenn ich im Test wenig davon Gebrauch gemacht habe, fuhr ich doch zu 90% im One-Pedal-Modus. Puristen oder frische Umsteiger mag die Auswahl „kein One-Pedal-Drive“ mit sehr sanfter Rekuperation oder „One-Pedal-Drive“ wundern und ja, es gibt sonst keine Rekuperation-Auswahlmöglichkeiten. Aber in Kombination mit dem gut agierenden Tempomaten reicht das dann auch wieder.
Nach der ersten kurzen Testrunde wurde mal genauer inspiziert.
Das Fu(a)hrwerk
Der Eindruck vom Fahrwerk ist sehr gut, das KFZ fährt stabil durch Kurven, wankt nicht zu stark dank des straffen Fahrwerks, das lediglich auf extremem Polterpisten (wie alle Autos) seine Schwächen zeigt, die der sportlichen Sicherheit sozusagen als Nebenprodukt entstehen.

Der Antriebsstrang ist auch in sportlichen Situationen nicht überfordert, im Alltag mit normaler Fahrweise im Modus “Active“ absolut sicher, dem Mustang kann man Kind und Kegel anvertrauen. Die anderen Modi sind „Zahm“ und „Temperamentvoll“ – die Unterschiede sind bei nasser Fahrbahn deutlich zu spüren, da empfehle ich das Temperament gezügelt zu halten!
Das Design der Karosserie spricht für sich. Einen Mustang ach-E erkennt man. Unserem Testwagen half dabei das „Eruption Green“ ganz besonders – auch am Einkaufscenter-Parkplatz findet man sein Fahrzeug recht schnell. Die Seitenlinie wird heutzutage gerne als SUV bezeichnet. Apropos: Angeblich sitzt man hinten in SUVs sehr eng, da wiehert das Pferdchen aber ganz aufgeregt, denn hier ist das nicht der Fall. Auch zu viert haben wir einige km problemlos abspulen können – wohlgemerkt waren die hinten sitzenden unter 1,90m groß, ab dann wird’s schon mal kontaktfreudig.
Doch das Panoramadach trägt auch dazu bei, dass man sich frei(er) fühlt, spannt es sich doch über alle Köpfe hinweg und gibt tagsüber Licht im Auto frei und nachts einen Blick auf die Sterne (solange nicht der Wettergott etwas dagegen hat).

Lastenpferd
Der Kofferraum ist absolut ausreichend, wir haben E-Scooter und einige Taschen und auch den Wochenendeinkauf problemlos damit führen können. Und ich rede bisher nur vom hinteren Kofferraum, der vordere ist ja auch noch da. Der mag (wie für solche Gepäckräume üblich) keine Quadermaße bieten, aber die Mulde ist tief genug, um problemlos mehr als nur die Ladekabel darin zu transportieren.
Fütterung
Apropos Laden…. Ford gibt die Ladeleistung mit bis zu 150kW an, die konnten wir auch erreichen, bei warmem Akku. Leider fehlt die Option, manuell vorkonditionieren zu können, aber selbst mit kalter Batterie sind etwas über 100kW Ladeleistung am Schnellader möglich – da sind in zehn Minuten schon mehr als 100km Reichweite getankt. (Gemessen wurde das am Praxisbeispiel „ich kaufe mir mal schnell einen Snack zu Mittag im Supermarkt“ – wenn das nicht alltagstauglich ist…). Manko: ab 80% Ladestatus sinkt die Ladekurve rapide ab, Schnelladen macht definitiv nur bis 80% Sinn – gerade, wenn man auf der Langstrecke unterwegs ist.
Der Verbrauch bzw. die offizielle Angabe scheint hier noch optimistischer als bei anderen ermittelt worden zu sein, wir konnten selbst bei vorsichtiger Fahrweise im Gemischt-Betrieb inkl. Autobahn eine Reichweite von ca. 350km erfahren, im reinen Stadtbetrieb spielt er gerade mit One-Pedal-Drive wie viele Elektrofahrzeuge sein Können voll aus, da können auch etliche km mehr draus werden.

Zaumzeug?
Die Assistenzsysteme des Mustangs sind umfangreich – ESP; ABS, etc. logisch. Der Tempomat kann mit einer Geschwindigkeitsbegrenzungserkennung kombiniert werden, er hält auch brav Abstand zum Vorausfahrenden ein (auch bis zum Stillstand mit semi-automatischem Anfahren), die Spurführung ist auch dabei. Der aufmerksame Leser erkennt: In Summe ermöglicht das doch autonomes Fahren? Ja! Man kann ihn auf zugelassenen Strecken auch fast allein fahren lassen. Unser Highlight: Der Querverkehr-Warrner, der zum Beispiel beim Ausparken hervorragende Dienste leistet. Sehr übersichtlich, sehr zuverlässig und hilfreich! Warum haben das nicht alle?

Das große Display ermöglicht Zugriff auf alle Einstellungen des Fahrzeuges, im gewöhnlichen Alltag verbindet man sich auch kabellos mit Apple CarPlay bzw. Android Auto – alternativ auch über die Kabelbuchse mit USB-C. Eine zweite Ladebuchse ist mit USB-A auch für die alten Kabel vorhanden (danke, immerhin haben gefühlt noch 70% der User diesen Anschluss). Aber dem nichtgenug, kann auch via Qi kabellos geladen werden, somit sind alle Optionen abgedeckt.
Vorne hat der Mustang eine aktive Luftzufuhr: Je nach Option (Kühlung, Frischluft, etc.) führt er die Luft am Auto vorbei oder auch hinein, dorthin wo die Luft gebraucht wird.
Spaß hat auch die Bang & Olufsen -Soundanlage bereitet, die Ausgabe von Texten und Musik ist sehr gut, die Steuerung einwandfrei.
Fast hätte ich es aus den Augen verloren. Das Matrix LED Licht – das extrem schnell auf Schilder und Gegenverkehr reagiert, es gab keine Situation, wo sich jemand beschwert hatte oder wo ich das Gefühl hatte, es ausschalten zu müssen – de Automatik Funktion blieb durchgehen an.
Soll nun jeder das Reiten lernen?
Wem das Layout des Fahrzeuges und die stilvolle Neuinterpretation gefällt, der hat hier definitiv ein solides Pferd, ähm KFZ ausgesucht. Mit den paar Eigenheiten und den vielen Pluspunkten an Board. Für die anderen: Probefahrt vereinbaren und testen. Es ist und bleibt ein Wildpferd, das nicht von jedem bezwungen werden kann/will. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!
Willst du mehr wissen? Dann guggst du!
Daten
Listenpreis in serienmäßiger Ausstattung inkl. Norm-Verbrauchs-Abgabe
NOVA 0%
Mehrwertsteuer 20%
sowie Frachtkosten 70 900,00
Sonderaustattungen:
Panoramadach 1 200,00
Eruption Green 1 100,00
Gesamtwert des Testwagens: 73 200,00









































