Ford Ranger Wildtrak 3.0 V6, 240 PS, A10 im Test:

Ford hat den Ranger in mehreren Punkten aktualisiert und entsprechend verbessert. Dieser Pickup eignet sich sowohl für den Wald als auch für die Stadt. Viele Details im eTOURING Praxistest.

Pickups sind keine preiswerte Fahrzeugkategorie. In den letzten Jahren stiegen die Preise für Anschaffung und Unterhalt deutlich an. Dennoch üben diese Fahrzeuge eine besondere Anziehung auf Privatfahrer und Selbstständige aus. Wir werden uns daher auf zur Hohen Wand begeben und ein bisserl im Schnee herumfahren. Ihr ahnt es bereits: die Farbe! Ja, genau. Orange! Genauer Cyber Orange Metallic! Ein anderes Wort für „Geilomat!“

Harter Wettbewerb

Im Pickup-Segment gibt es einen ständigen Kampf zwischen Volkswagen, Ford, Isuzu und Toyota. Ford hat in den vergangenen Jahren die Verkaufscharts meistens angeführt.

 So finden wir im Innenraum eine deutliche Aufbesserung zum Vorgängermodell. Vollleder und ein größerer Bildschirm – wichtige und gute Neuerungen. Der neue Schalthebel ist gewöhnungsbedürftig, jedoch rasch verstanden. Schön, dass man nun beim Parken nimmer in P schalten muss. Der Ranger macht dies vollkommen selbst. Faul Sein hat etwas.

In vier europäischen Märkten machten Ranger-Modelle 2024 mehr als der Hälfte aller verkauften Pick-ups aus. In Irland erreichten sie 54,2 Prozent, in Deutschland 53,7 Prozent, in Großbritannien 52,4 Prozent und in Belgien 50,1 Prozent.

Mit 36,17 Prozent hat Ford Pro auch in Österreich Platz 1 bei den Pick-ups behaupten können, mit 966 Ranger wurden im vergangenen Jahr sogar 70 Fahrzeuge mehr als im Jahr davor neu zugelassen. Damit hat der Absatz des Ranger 2024 auch wesentlich zum Erfolg von Ford Pro in Österreich beigetragen.

Der Motor im Testwagen ist ein 3-Liter-V6-Dieselmotor, aber der Ranger wird auch mit einem kleineren 2-Liter-Dieselmotor verkauft. Beide Motorisierungen setzen auf das gleiche 10-Gang-Automatikgetriebe. Mein Testfahrzeug hat stets gute Traktion, sodass die 240 Horsepower sicher und rasch auf der Straße ankommen.

Das Auto als sportlich zu bezeichnen, wäre falsch, aber sicheres Überholen ist mit dem Ford meist kein Problem. Außer: deine Kids fahren mit. Dann lasse ich das generell. Gleichzeitig ist die Lenkung leichtgängig. Das Fahrzeug fühlt sich fast wie ein großer Geländewagen an. Einparken in der Stadt? Ok; muss nicht immer sein. Der Ranger Wildtrak ist eh kein Stadtfetischist. Aber gewöhn dich daran, dass du am Ring auf kleine SUVs hinunterschaust.

Inspiration durch den großen Bruder F150

Früher war der Wildtrak das voll ausgestattete Spitzenmodell. Nun gibt es auch eine Platinum-Option, die noch teurer ist. Die verschiedenen Versionen haben ihre Namen vom großen Bruder F150 entliehen. Ford hat zudem auch einige andere Dinge vom größeren Pickup übernommen, der in den USA seit Langem das beliebteste Auto war und noch immer ist. Erst gestern haben wir einen überholt. Wir kamen uns – wie soll ich sagen? – klein vor. Nein, ich schreibe für einen Freund!

Die Zonenbeleuchtung ist eine praktische Funktion, mit der Sie die Umgebung des Fahrzeugs ganz einfach von außen beleuchten können. Das neue, eher quadratische Design im Innenraum stammt ebenfalls vom F150. Ebenso wie die abnehmbare Anhängerkupplung in der für die USA typischen quadratischen Halterung (2 Zoll), die auch für einige spannende Zubehörteile genutzt wird. Ich hatte sie zumeist angehängt. Auch auf die Gefahr des Diebstahls hin: Split raus, AHK weg..: beim Parken in Wien hast du hinten keinerlei „Bedrängnis“.

Gleichzeitig fällt die doch mittlerweile hohe Qualität der Materialien im Innenraum auf. Orangefarbenen Nähte, die das Lenkrad sowie die Sitze optisch aufputzen.

Viele Verbesserungen

Ansonsten sind die meisten Neuerungen positiv. Die Pritsche kann jetzt eine EU-Palette (oder eine 1,2 Millimeter breite Bauplatte) zwischen den Radkästen aufnehmen. Weiters  gibt es nun Steckdosen für 12 Volt oder 240 Volt (jene können bis zu 400 Watt ziehen). Neben dem Allradantrieb im hohen und niedrigen Gang gibt es den Modus für automatischen Allradantrieb.

Der neue, größere Bildschirm mit dem aktualisierten Ford Sync ist ebenfalls eine große Verbesserung gegenüber dem Vorgänger.

Einige Klimasteuerungen verbleiben analog. Am unteren Teil des Bildschirms finden sich zusätzliche Touch-Bedienelemente für andere Einstellungen. Diese Bedienelemente stehen auch dann noch zur Verfügung, wenn ich CarPlay oder Android Auto nutze. Insgesamt eine gute Kombination. Alles ist rasch gefunden und aktiviert.

Die Sitze in der Wildtrak-Version bestehen jetzt vollständig aus Leder, früher wurde noch Leder mit Stoff kombiniert.

Am Schneeberg und auf der Hohen Wand wird der Ranger richtig gefordert. Die Straßen sind extrem schlecht und ohne hohe Bodenfreiheit und guten Allradantrieb kannst du das Fahren hier manchmal schlicht vergessen. Der Testwagen meisterte dennoch alle Herausforderungen und fährt dabei viel geschmeidiger als der alte Ranger. Jener war holpriger gefedert. Der neue Wildtrak hat irgendwie eine wirklich tolle Komfortfederung erhalten.

Wir haben sechs unterschiedliche Fahrmodi zur Auswahl. Mit der Offroad-Ansicht können wir die Neigung des Autos jederzeit im Auge behalten. Allein die für das Gelände optimierte Kameraansicht, zum Beispiel an steilen Bergauf- und Bergabfahrten, um den Boden vor dem Auto im Blick zu behalten, fehlt.

Komfortabel auch auf der Straße

Auf unseren Trips durch Niederösterreich haben wir ca. 600 Kilometer geschafft.

Auf der Straße wirklich komfortabel, im Gehölz fantastisch. Überlegen einfach. Einfach Überlegen., Da gibt es kaum etwas zum Überlegen. Allein der Transport von Insassen plus Gepäck: na ja, es darf eben weder regnen noch schneien. Kein anderer mittelgroßer Pickup, den ich bisher getestet habe, hat eine wirklich große Rückbank.

Ich konnte den Dieselverbrauch bei Autobahnfahrten (voll beladenes Auto mit offener Ladefläche) problemlos auf 8,2 Liter pro 100 Kilometer senken. Das ist deutlich besser als der Vorgänger Ranger 3,2-Liter-Diesel.

Der Testwagen verfügt über einige moderne Fahrhilfen. Hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Der adaptive Tempomat ist vorhanden, jedoch: der Spurhalteassistent funktioniert manchmal nur mäßig gut. Der Panikbremsassistent beim Rückwärtsfahren ist praktisch, die Sensoren sind sehr empfindlich. Wenn ich die Funktion nicht deaktiviere, bremst das Auto schon bei hohem Gras. Im Prinzip gut, manchmal nervig.

Außerdem gibt es eine Müdigkeitswarnung. Jene raubt mir manchmal die Nerven. Sie sollte sich „Schwiegermama“ nennen. Nach einigen Trys weiss ich, wo sie abzuschalten ist. Leider kommt sie bei jedem Start erneut und …“DITSCH!“

Der Wildtrak verfügt über ein eingebautes Modem und kann bei Bedarf über die Fordpass-App aus der Ferne startklar gemacht werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Ford Ranger Wildtrak ein alltagstaugleicher Pickup mit einem gelungenen Antriebsstrang ist. Ford hat praktische Details integriert. Sowohl der Innenraum als auch die Ladefläche sind gut durchdacht.  

Der Kaufpreis und die Betriebskosten sind hoch, aber das ist auch bei anderen Herstellern so.

Pro

  • toller Federungskomfort
  • Antriebsstrang
  • Hohe Lade- und Anhängelast

Aktuelle Preise und Ausstattungsvarianten findest du hier

Fahrzeugtyp: Pickup-Truck
Antrieb: Allrad
Motor: V6, 3 Liter Diesel (240 PS / 600 Nm)
Getriebe: 10-Gang-Automatik
Max. Anhängelast: 3500 Kilogramm
Maximale Zuladung: 977 Kilogramm
Leistung: 0–100 km/h in 8,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
CO2-Emissionen: 265 g/km

Unser Fazit

Der Ford Ranger Wildtrak hat einen gelungenen Antriebsstrang, eine praktische Ladefläche und viele Funktionen und Hilfsmittel, welches das Fahren sowohl im Gelände als auch auf der Straße angenehm und souverän machen. Er ist – nona Nova – teuer in der Anschaffung. Er ist natürlich auch kein Fiat 500…

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