Mit dem Modelljahr 2025 wird der Mitsubishi COLT um weitere fortschrittliche Sicherheits- und Komfortfeatures erweitert. Unser Praxistest.

Der Mitsubishi COLT ist wieder da. Mit dem Comeback der Kleinwagen-Ikone meldet sich Mitsubishi Motors im B-Segment zurück. Seit Ende Oktober 2023 steht das neue Modell in den Verkaufsräumen der Händler – in drei Motorisierungen und vier Ausstattungslinien. Sozusagen ein Colt für alle Fälle. Doch solch banalen Vergleiche sollen weiterhin irrelevante Printmedien schreiben.

Allgemein

Die Japaner nehmen den Clio aus der Konzernallianz als Basis, um die Traditionsbezeichnung Colt wieder aufleben zu lassen. Ganz unangetastet hat Mitsubishi den Clio – wen wundert es? – nicht gelassen. Ein paar optische Modifikationen wurden schon vorgenommen. Neben dem prägnant-großen Diamant-Markenlogo haben die Designer am Kühlergrill gearbeitet, ihm individuelle Chrom-Applikationen verpasst. Auf dem Kofferraumdeckel prangt der Markenschriftzug in großen Lettern – ein optischer Kniff, der dafür sorgt, dass das Fahrzeug stylisch herüberkommt.

Mithilfe von Allianzpartner Renault startete Mitsubishi sein Comeback. Bereits der im Frühjahr 2023 gestartete Mini-Crossover ASX basierte auf einem Modell der Franzosen, dem Renault Captur. Mitsubishi hatte im Wesentlichen nur das Logo ausgetauscht, die Optionsliste gestrafft und das bewährte Gesamtpaket des Renault mit seiner fünfjährigen Garantie garniert.

Selbstverständlich ist das digitale Zeitalter auch im Colt angekommen. Ein Kombiinstrument ohne mechanische Anzeigen, induktive Ladefunktion sowie zwei USB-Slots weisen darauf dezent hin. Freilich lässt sich auch die Oberfläche des eigenen Smartphones per Apple CarPlay oder Android Auto auf den Screen zaubern.

In Sachen Ausstattung und Assistenzsysteme vertraut der Colt auf das schon beim Clio für diese Klasse überzeugend pralle Paket, packt sich tendenziell allerdings noch etwas voller als der französische Cousin. In der dem schwächsten Benziner vorbehaltenen Basisvariante sind unter anderem Tempomat, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und ein Notbremsassistent mit Fahrraderkennung an Bord. Dazu kommen Klimaanlage, beheizbare Außenspiegel und LED-Scheinwerfer.

Aufregendes Design, moderne Antriebe – darunter auch ein effizienter Vollhybrid – sowie smarte Technologien und eine umfangreiche Ausstattung: Der neue COLT haucht der 1978 erstmals in Europa eingeführten Modellreihe neues Leben ein.

Allein in Deutschland hat Mitsubishi bis heute über 420.000 Fahrzeuge verkauft – an diese Erfolgsgeschichte knüpft das neue Modell an, das auf der CMF-B-Plattform der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz basiert und in Bursa in der Türkei hergestellt wird. 

Im anspruchsvollen und wettbewerbsintensiven B-Segment soll der neue COLT mit fortschrittlicher Digitalisierung und Konnektivität sowie modernster Hybrid-Antriebstechnologie überzeugen, welche ein ausgewogenes Verhältnis von Effizienz und Leistung bieten soll. So weit, so gut. Ehrlich!

Erster Eindruck

Sein selbstbewusstes Design, die kompakten Abmessungen und die ausgewogenen Proportionen mit kurzen Überhängen machen den neuen COLT zum perfekten Begleiter im urbanen Umfeld.

Mit 4,05 Meter Länge ist der Mitsubishi Colt exakt so lang wie sein Basismodell Renault Clio und so kompakt und handlich wie seine Kontrahenten: ein Peugeot 208, Škoda Fabia oder VW Polo. Mit 10,4 Metern ist der Japaner auf der Straße sogar etwas flotter gewendet als ein Polo (Wendekreis: 10,6 m).

Insgesamt auch viel schöner. Warum? Weil er aus der Masse heraussticht und nicht im „gebrauchten Kernseifenlook“ daher fährt. I like to move it, move it!

Besonders markant ist sofort auffällige markentypische „Dynamic Shield Front“ in neuer Interpretation, welche von Voll-LED-Scheinwerfern geprägt wird. Fünf verschiedene Außenfarben stehen zur Wahl, Außenspiegel, Fensterzierleisten und Unterfahrschutz sind je nach Ausstattungslinie in Schwarz oder Silber/Chrom ausgeführt. Der Dachspoiler ist bei der Ausstattung BASIS oder PLUS in Wagenfarbe, bei den Linien Select und TOP in Onyx Schwarz lackiert. Unser Testwagen steht erneut im unschlagbar schönen Sunrise Rot Metallic vor mir. Eine richtig coole Kombi, wie ich finde.

Aus den 1.798 mm mit eingeklappten Außenspiegeln werden mit ausgeklappten 1.988 mm. Aber auch dies schränkt die Stadttauglichkeit des Colts kaum ein.

Design und Innenraum

Mit hochwertigen Materialien und einem starken Fokus auf Konnektivität setzt sich innen setzt das überaus attraktive Erscheinungsbild fort.

So gehören nun unter anderem der Aufmerksamkeitsassistent (Driver Attention Monitor – DAM), der das Fahrverhalten kontinuierlich kontrolliert und bewertet, sowie der intelligente Geschwindigkeitsassistent (Intelligent Speed Assistance – ISA), der die zulässige Geschwindigkeit anzeigt und bei Überschreitung optisch warnt, zu allen Ausstattungsvarianten der Serie. Eine neue My Safety-Taste ermöglicht die Individualisierung der Fahrassistenzsysteme, wobei zwischen der Standardeinstellung „Alles aktiviert“ und einer personalisierten Auswahl gewechselt werden kann. Darüber hinaus bietet der COLT nun die Möglichkeit, Firmware-over-the-Air-Updates (FOTA) zu empfangen, wodurch Software-Updates, Fehlerbehebungen und Verbesserungen per Fernzugriff durchgeführt werden können.

Die Innenraummaße und Platzverhältnisse liegen im Mitsubishi Colt auf Klassenniveau.

Steuerbar sind die vielfältigen Konnektivitätsfunktionen über einen kapazitiven Multi-Touch-Bildschirm, abhängig von der Ausstattung im 7-Zoll- oder 9,3-Zoll-Format. Auch eine Bedienung per Sprachsteuerung ist möglich: Sowohl Siri® von Apple als auch der Google Assistant™ sind verfügbar, wenn das Smartphone des Nutzers entweder kabellos oder kabelgebunden über Apple CarPlay® oder Android Auto™ mit dem Infotainmentsystem verbunden ist. Die Select und TOP Ausstattungen werden zudem um weitere vernetzte Navigationsdienste erweitert. Dies umfasst Google Places, Verkehrsmeldungen, Wetter, Spritpreise und Geschwindigkeits-warnungen. Wichtige Fahrinformationen ins direkte Blickfeld des Fahrers liefert ein bis zu 10,25 Zoll Digitaldisplay hinter dem Lenkrad. 

Die Auswahl an Materialien und Farben verleiht dem Interieur einen hochwertigen Charakter und passt zum gesamten Look & Feel des neuen COLT. Je nach Ausstattungsniveau stehen verschiedene Textiloptionen zur Verfügung. Es sind drei unterschiedliche Sitzpolster-Dekor-Kombinationen verfügbar, die jeweils an die Ausstattungsvarianten gekoppelt sind.

Laderaum

Das Kompaktformat zeigt sich im Innenraum auf der Sitzbank, jedoch nicht am Kofferaum. Hier werden mit 391 Liter Volumen mehr Platz als üblich geboten. Im Colt Hybrid geht davon einiges verloren, aber auch damit fällt der Gepäckraum ordentlich aus mit 301 Liter Volumen. Bei flachgelegten hinteren Sitzbanklehnen wächst die Laderaumkapazität auf 979 Liter. Eine Wasserflaschenkiste verschwindet gar in den „ewigen Weiten“ unseres Colts. Naja: für alle Fälle. Wortwitz?

Getriebe und Kraftstoff

H Bei den Fahrwerkstechnologien profitiert der neue COLT von der CMF-B-Plattform der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Die Kombination aus einer Pseudo McPherson-Aufhängung an der Vorderachse und einer Halbstarrachse mit Stoßdämpfern an der Hinterachse sorgt für Fahreigenschaften, die perfekt auf das urbane Umfeld abgestimmt sind und zugleich Komfort auch für längere Strecken bieten.

Zusätzlich lassen sich das Setup des neuen COLT und die Fahreigenschaften an die individuellen Wünsche des Fahrers anpassen: Mit dem Multi-Sense-System (TOP-Ausstattung) kann der Fahrer über das zentrale SDA-Display Fahrmodi, Lenkverhalten und das Ansprechverhalten des Antriebs verändern.

euer gibt es einen Liter großen Basis Dreizylinder-Saugbenziner mit 49 KW/67 PS. Für unsere Testfahrten der ungleich kräftigere Hybridversion mit insgesamt 105 kW/143 PS zur Verfügung.

Im Testwagen Colt 1.6 Hybrid übernimmt immer eine Multi-Mode-Automatik die Schaltarbeit. Und das mit guter Wirkung auf den Verbrauch. Damit lässt sich aufs Jahr gerechnet einiges an Benzin einsparen. Besonders im Stadt- und Kurzstreckenbetrieb.

Es gibt keine Zugkraftunterbrechungen, und die Gangwechsel erfolgen deutlich geschmeidiger als bei den meisten Doppelkupplungs-Getrieben. Angefahren wird stets elektrisch, bis der Verbrennungsmotor hier übernimmt.

Die Systemstärken sind speziell im Stadtverkehr bemerkbar. Hier ist bei etwas Übung bis zu 80 Prozent der Fahrzeit der reine Elektroantrieb aktiv ist. Durch die Nutzung der elektrischen Energie verbessert sich die Effizienz des Antriebs – und damit auch die Reichweite, die pro Tankfüllung auf bis zu 900 km steigt. Und das ist – gelinde geschrieben: außerordentlich! Währendessen liegen die CO2-Emissionen kombiniert bei nur 922 g/km, was einem Kraftstoffverbrauch von 4,12 l/100 km entspricht.  

Der Vierzylinder-Benziner hält den 1,2 kWh großen Strompuffer immer auf einem Mindestladestand und ist mit 69 kW/94 PS die Hauptantriebsquelle. Indes fährt der Colt zwischendurch auch immer mal elektrisch mit dem 36 kW/49 PS starken Stromer. Ein weiteres, kleineres E-Triebwerk sorgt innersystemisch für glatte Prozesse.

Der Elektromotor durchläuft zwei Übersetzungsstufen, während dem Benziner vier Gänge zur Verfügung stehen. Allerdings merkt der Fahrer kaum etwas von der Getriebetätigkeit, es gibt demnach auch keine Schaltrucke. Und der Japaner schiebt beflissen an, hängt gut am Gas – und macht demnach einen souveränen Eindruck.

Gewicht

Der Mitsubishi Colt zählt wie sein Vetter Renault Clio zu den leichteren Fahrzeugen auf dem Markt. Der Mitsubishi Colt wiegt mit dem 67 PS leistenden Dreizylinder lediglich 1.124 kg. Der 91 PS starke Colt 1.0 Turbo ist mit einem Gewicht zwischen 1.172 und 1.195 kg ähnlich leicht und der Colt 1.6 Hybrid mit zwei Motoren und Akku mit 1.331 bis 1.360 kg Leergewicht deutlich schwerer. Wie schwer, hängt von der Ausstattung und Ausstattungslinie ab. 

Im Hybrid ist die maximal zulässige Zuladung ähnlich hoch wie in den anderen Modellen. Zwischen 473 und 481 kg können im Colt transportiert werden. 80 kg sind am Dach erlaubt. Völlig ausreichend in dieser Klasse.

Anhängelast

Mit Kleinwagen werden selten Anhänger gezogen. Wenn doch, dann eher die leichteren ohne eigene Bremsvorrichtung.

Plant man öfter einen dieser ungebremsten Anhänger vom Baumarkt zu ziehen, sollte man vielleicht auf die richtige Motorwahl achten. Hier macht die Power für die Anhängelast den entscheidenden Unterschied.

Die Anhängelast schwankt bei ungebremsten Anhängern zwischen 550 kg (67-PS-Motor), 575 kg (91 PS) und 655 kg (143 PS). Anhänger mit eigener Bremsvorrichtung dürfen mit jeder Motorisierung bis zu 900 kg wiegen.

Fazit

Der elektrisch unterstützte Benziner nimmt sowohl die Rolle des Spar- als auch die des kräftigen Reisemotors ein, einen Diesel gibt es nicht.

Der Colt hat mich begeistert mit vielen kleinen Raffinessen, welche im Vergleich Segment nicht auffindbar sind. Er hat Ecken und Kanten. Das gefällt. Und ja: u know it, if u know me: „ich könnte die Farbe fressen“…- Mahlzeit!

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