BYD, XPeng, SAIC – ESP, TPMS, AEB, LKA, ISA/MSA, UDW, BSD, LKA, RCTA. Das sind weder politische Parteien noch das Lied von Fanta 4.
Nein, es handelt sich um einen Auszug der vielen Assistenzsysteme, die unser Testfahrzeug, der neue MG ZS Hybrid+ an Bord hat.
Wir durften den MG ZS Hybrid+für zwei Wochen im Skiurlaub testen. Anzumerken ist, dass er etwaige Hindernisse wie Familientransport inkl. viel Gepäck problemlos meisterte. Und: dass Skigebiete eine tolle Kulisse für blaue Autos darstellen. Aber lest einfach selbst.

Es sind die Start-ups und Newcomer – und mittendrin noch jene altbekannte Brand des british Empire: MG. Denn: was viele kaum wissen dürften: vor 100 Jahren in England gegründet und mittlerweile bei SAIC in Shanghai zu Hause, haben sich die Exilbriten bei uns mit soliden Autos zu bürgerlichen Preisen als Volkswagen des Fernen Ostens etabliert – und setzen dem „Original“ in ganz Europa ganz nebenbei richtig zu.
Die zweite Generation des HS. 1,5-Liter-Turbobenziner solo mit 170 PS, Schaltung oder Automatik sowie der von uns getestete Plug-in-Hybrid mit 272 PS Systemleistung. Ein Diesel? Nicht vorgesehen.
Erster Eindruck
Schnittig ist er geworden. Trotz markantem Verbrenner-Grill nicht unbedingt ein Gesicht in der Menge. Am auffälligsten ist noch die blaue und wirklich schön anzusehende Haifischnase. Seltsam, aber doch sehr cool wirken die Trittbretter unterhalb der Türen. Und dieses BLAU!!


Exterieur
Mit 4,67 Meter Länge befindet sich der MG ZS Hybrid+ im Segment eines Toyota RAV 4 sowie dem Dacia Bigster oder gar dem neuen VW Tayron.
die jeweils gültige Preisliste inkl. Konfigurationsvariablen findet du hier
Interieur
Nach dem Einstieg: Alles wirkt gediegen-modern. Nein, nicht verspielt. Die Materialauswahl überzeugt und kann locker mit deutschen und den französischen Fahrzeugen mithalten. Typisch für MG sind die Tasten auf dem Lenkrad wie auch die zu kleinen Buchstaben am Getriebewählhebel. Typisch chinesisch ist jedoch ebenso die den Fahrer stetig und aufmerksam überwachende Kamera.

Der Innenraum zeigt eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängermodellen. Hochwertige Materialien wie weiche Kunststoffe, Chromakzente und Klavierlackoberflächen verleihen dem Fahrzeug einen wertigen Eindruck.
Das Cockpit besticht durch ein modernes, digitales Anzeigenkonzept, bestehend aus einem 12,3 Zoll fließendes Tachodisplay und einem ebenso großen Touchscreen. Es gefällt mit guten Darstellungen inklusive einer Karte hinter dem Lenkrad. Die Menüs sind klar strukturiert, unverständlicherweise ist die Einstellung der Lautstärke des Radios allerdings nicht über den Screen, sondern nur über Lenkradtasten möglich. Nachbessern sollte MG bei der Fahrerüberwachung – diese reagiert überempfindlich. BMW lässt grüßen.

Der Einstieg über die vier Türen gestaltet sich dank fast 15 Zentimeter Bodenfreiheit bequemer als in einem tiefer bauenden Mittelklassekombi. Die Platzverhältnisse erfüllen die Erwartungen an Raum und Bequemlichkeit, die bei einem SUV der 4,70-Meter-Klasse gesetzt sind. Vorne wie hinten sitzt man komfortabel auf mit Kunstleder bezogenen Sitzplätzen.
Das Platzangebot im Fond ist ordentlich, wenngleich nicht ganz so opulent wie bei den Volkswägen und Skodas. Auf der bequem erreichbaren Rückbank herrscht reichlich Platz. Wie vorne lassen auch hinten Geräte am USB-Anschluss andocken. Der Innenraum wird samt 2-Zonen-Klimaautomatik gekühlt oder beheizt. Eine Sitzheizung auf den hinteren Plätzen ist leider nicht im Angebot. Man sitzt vorne wie hinten gut und dahinter wird auch noch – leider nicht sehr viel Platz im Kofferraum geboten.

In unserem Falle 441 Liter Volumen. Irgendwie muss die große Batterie mit 21,8 kWh Kapazität ihren Platz einfordern. Wenn die Rückbanklehne fällt, werden aus 441 Liter Kofferraumkapazität 1.291 Liter.

Der Innenraum wird über acht Lautsprecher beschallt. Vorne und hinten befinden sich jeweils zwei USB-Anschlüsse. Das Infotainment der Luxury-Variante lässt sich fast jederzeit gar via Sprachsteuerung steuern.
Antrieb
Der Antriebsstrang des MG HS PHEV+ kombiniert einen 1,5-Liter-Turbomotor mit 105 kW und einen 135 kW-starken Elektromotor, der sowohl im EV- als auch im Hybridmodus für starke Beschleunigung sorgt. Der Elektromotor bezieht seine Energie aus einer 21,4 kWh Batterie und einem hocheffizienten 61 kW Generator.
Bearbeiten beide Motoren den Antriebsstrang, zieht der MG mit der Power von 272 PS / 200 kW los. Bereits in 6,8 Sekunden zeigt der Wagen, was gehen kann.
Die Lenkung hat im Vergleich zum Vorgänger an Präzision gewonnen.
Unser Fahrzeug könnte, sofern ich dürfte, eine Geschwindigkeit von 190 km/h fahre.im Skiurlaub natürlich völlig abwegig.
Die elektrische Reichweite von bis zu 100 Kilometern nach WLTP ist vor allem Alltag ein echter Alltagsvorteil. Der Normverbrauch mit voller Batterie liegt bei 1,8 Liter auf 100 Kilometer. Selbst mit leerer Batterie überzeugte der Wagen im Test mit einem Verbrauch von 5,2 Litern – ein akzeptabler Wert für ein knapp 1,9 Tonnen schweres Fahrzeug. Dass die Ladeleistung auf maximal 6,6 kW begrenzt wird, ist ein Wermutstropfen. Die Batterie mit einer Kapazität von 21,4 kWh benötigt so an einer Wallbox rund drei Stunden für eine volle Ladung. Schnellladen ist damit leider (noch) nicht möglich. Der Energiegehalt wird von einem 61-kW-Generator gespeist.

Obwohl das Design des Hybrid-SUV eine sportliche Fahrweise suggeriert, scheint der Wagen ein Gleiter zu sein. Ruhig, entspannt und auf Komfort ausgelegt. Selbst bei Autobahntempo bleibt das Innengeräusch angenehm niedrig, was den Langstreckenkomfort zusätzlich hebt. Oft ist man im Hybrid-Modus unterwegs, in ihrer höchsten Stufe ist die Rekuperation fleißig am Werk. Sympathischer ist die Erkenntnis nach unserer gesamten Fahrt: der bereits oben benannte 5,2 Liter Verbrauch auf 100 Kilometern – akzeptabel bei der Masse.

Was letzte Preis?
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Sicher?
EInfache Antwort: Ja!
Zur Sicherheitsvorsorge jedes MG ZS Hybrid+ zählen der Aufmerksamkeits-, Spurverlassens- und Spurwechselwarner sowie der Spurhalte-, Notfall-Spurhalte- und Spurwechselassistent. Die toten Winkel werden genauso überwacht wie der Querverkehr hinter dem Fahrzeug. Der Heckkollisions- und Türöffnungswarner sowie die Parksensoren und Rückfahrkamera bewahren die Insassen, Fahrradfahrer und das Blech vor Blessuren. In unsererTopausstattung Luxury ist das empfehlenswerte 360-Grad-Rundumsichtsystem inklusive.
Die Sicherheitsausstattung bewährte sich bereits 2024 im Euro NCAP Crashtest. Dort schnitt der MG ZS Hybrid+ mit 90 und 85 % im Erwachsenen- und Kinderschutz ab. Der Fußgängerschutz und Assistenzschutz wurde mit 83 und 74 % bewertet, was im Gesamtergebnis zu einer Maximalwertung von fünf Sternen führte.
Und: MG verlängerte die Garantiezeit für alle Modelle in Europa von fünf auf sieben Jahre. Damit gewährt der Hersteller mehr Garantie als die meisten anderen Produzenten. Man schaue hier nur nach Deutschland oder Frankreich.
Fazit
Der MG ZS Hybrid+ überzeugt mit moderner Hybridtechnologie, komfortablem Fahrverhalten und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Die eine oder andere Schwäche, etwa beim Laden oder bei der Fahrerüberwachung, schmälert den insgesamt positiven Eindruck leicht. Der MG ZS Hybrid+ bietet in seiner zweiten Generation vernünftig Platz, vernünftige Alltagsmanieren, vernünftig Ausstattung und das zum vernünftigen Preis.
Abgesehen von übereifrigen Assistenzsystem hat MG hier insgesamt ein gutes und günstiges Paket in der SUV-Mittelklasse geschnürt. Viel Auto fürs Geld – diesen Slogan kennen wir vom großen blauen amerikanischen Mitbewerber ebenso.
Alles in Allem ein innovativer SUV mit modernster Technik. Danke dafür!
Bildergalerie
Und ja: das Blau „is a wonsinn…!“ – das war Austrianenglisch^^









































