Testbericht: TOYOTA bZ4X 150 kW 2WD Executive Style

Ein gelungener Einstieg in die vollelektrische Zukunft?

Toyota – bislang eher zurückhaltend im Segment reiner Elektrofahrzeuge – präsentiert mit dem bZ4X sein erstes vollelektrisches Serienmodell. Wir haben die Version mit Frontantrieb und Executive Style-Ausstattung getestet und wollten wissen: Kann der bZ4X mit der Konkurrenz mithalten – und typische Toyota-Stärken ins E-Zeitalter übertragen?


Design: Mut zur Kante

Optisch fällt der bZ4X sofort auf – und das im besten Sinne. Die kantige Linienführung, das sportlich flach auslaufende Dach und die markant gestaltete Front verleihen ihm ein eigenständiges, fast futuristisches Erscheinungsbild. Der bZ4X wirkt robust, aber nicht wuchtig – und positioniert sich visuell klar im Trend moderner Elektro-SUVs.

Heckansicht des Toyota bZ4X mit markantem Design und schmalen Rücklichtern, im Freien auf einem Parkplatz.
Detailaufnahme der Frontpartie eines Toyota bZ4X mit exklusiver Executive Style-Ausstattung und österreichischem Nummernschild.
Hinteransicht eines Toyota bZ4X mit markantem Rücklicht und Logo sichtbar. Das Fahrzeug steht in einer grünen Umgebung mit Bäumen im Hintergrund.

Innenraum: Funktional, hochwertig, großzügig

Im Cockpit setzt Toyota auf Übersichtlichkeit und Ergonomie. Die Sitze in der Executive Style-Version sind mit hochwertigem Leder bezogen und lassen sich elektrisch verstellen. Die Mittelkonsole ist breit und klar gegliedert, der digitale Instrumentencluster sitzt ungewöhnlich hoch, fast wie ein Head-up-Display – anfangs gewöhnungsbedürftig, aber auf längeren Fahrten durchaus angenehm.

Die Materialanmutung ist durchweg solide, der Platz vorne wie hinten großzügig. Auch große Fahrer*innen finden schnell eine bequeme Sitzposition. Die Verarbeitung überzeugt – typisch Toyota.

Blick ins Cockpit eines Toyota bZ4X mit zentralem Touchdisplay, Lenkrad und digitalen Instrumenten, umgeben von grünen Bäumen im Hintergrund.

Fahrverhalten: Sanft, sicher, solide

Mit seinen 150 kW (204 PS) liefert der Elektromotor ausreichend Leistung für Alltag und Überlandfahrten. Die Beschleunigung ist angenehm linear, ohne ruckartig zu wirken. In 8,4 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h – kein Sportwagen-Niveau, aber absolut ausreichend. Besonders positiv fällt auf: die Ruhe im Innenraum, selbst bei höheren Geschwindigkeiten.

Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, ohne schwammig zu wirken. Der bZ4X liegt sicher auf der Straße, die Lenkung wirkt direkt, wenn auch nicht übermäßig sportlich. Für ein Familien-SUV mit E-Antrieb eine sehr gelungene Abstimmung.

Das Bild zeigt das Touchdisplay des Toyota bZ4X Cockpits mit einem Hinweis zu Nutzungsbedingungen und Datenschutz. Es sind auch Bedienelemente und ein digitales Instrumentencluster im Hintergrund sichtbar.

Reichweite & Laden: Alltagstauglich, aber nicht rekordverdächtig

Toyota gibt eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern an (WLTP). Im Testbetrieb mit gemischtem Fahrprofil lagen wir realistisch zwischen 360 und 400 Kilometern – ein solider Wert, der für die meisten Nutzer*innen absolut ausreichend ist.

Geladen wird über einen serienmäßigen 11-kW-Onboard-Charger oder – deutlich schneller – an der DC-Schnellladestation: Dort ist der Akku in etwa 30 Minuten auf 80 % geladen. Die Ladeleistung bleibt auch bei längerer Nutzung stabil, was bei vielen Mitbewerbern noch nicht selbstverständlich ist.

Toyota bZ4X in grauer Farbe, präsentiert in parkähnlicher Umgebung mit grünen Bäumen im Hintergrund. Das Fahrzeug zeigt eine moderne und kantige Designlinie.

Infotainment: Intuitiv, aber mit Luft nach oben

Das zentrale Touchdisplay ist groß, hochauflösend und logisch aufgebaut. Die Menüs reagieren zügig, die Einbindung von Apple CarPlay und Android Auto funktioniert zuverlässig. Auch die Sprachsteuerung ist praktisch – reagiert aber nicht immer auf Anhieb.

Was auffällt: Das Interface wirkt im Vergleich zu manch neueren Systemen grafisch etwas altbacken. Hier wäre ein Software-Update mit modernerer Optik und etwas mehr Individualisierung wünschenswert.

Display im Innenraum eines Toyota bZ4X mit Benutzeroberfläche und QR-Code, umgeben von grüner Natur.

Sicherheit: Toyota bleibt seiner Linie treu

In Sachen Sicherheit fährt der bZ4X in der obersten Liga mit. Mit dem serienmäßigen Toyota Safety Sense sind ein adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung sowie eine Verkehrszeichenerkennung mit an Bord. Im Alltag greifen die Systeme angenehm unaufdringlich ein – genau so, wie man es sich wünscht.

Besonders im dichten Stadtverkehr erweist sich das kamerabasierte Rückfahr- und Surround-System als nützlich. Das Sicherheitsgefühl im Fahrzeug ist entsprechend hoch.

Seitenansicht eines Toyota bZ4X in einer grünen Umgebung, umgeben von Bäumen und mit klarem Himmel im Hintergrund.

Fazit: Gelungener Einstieg mit wenigen Schwächen

Mit dem bZ4X gelingt Toyota ein überzeugender Einstieg in den Markt der Elektro-SUVs. Das Fahrzeug bietet ein ausgereiftes Gesamtpaket: gutes Platzangebot, solide Reichweite, komfortables Fahrverhalten und eine durchdachte Sicherheitsausstattung. Die Verarbeitung ist top, die Garantiebedingungen mit dem Relax-Programm (bis zu 10 Jahre oder 160.000 km) vorbildlich.

Ein paar Details – etwa das etwas konservative Infotainmentsystem – zeigen noch Optimierungspotenzial. Doch unterm Strich steht ein sehr alltagstaugliches, komfortables E-SUV mit Charakter – und ein starker Auftakt für Toyotas vollelektrische Zukunft.


Gesamtwertung (1–5 Sterne):
⭐⭐⭐⭐☆ (4,2 / 5)
Stärken: Verarbeitung, Komfort, Sicherheit, Ladeleistung
Schwächen: Infotainment leicht veraltet, Reichweite nicht klassenführend

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