Während der EQA die Elektrovariante des GLA darstellt, soll der EQB die umweltschonendere Variante des GLB sein.
Generell
Das Mercedes EQB Facelift (2024) bietet die Wahl zwischen drei Leistungsstufen. Als EQB 250+ leistet der Elektromotor 140 kW (190 PS) und die Batterie fasst 70,5 kWh. EQB 300 4Matic und EQB 350 4 Matic fahren beide mit einer 66,5 kWh großen Batterie und leisten 168 kW (228 PS) beziehungsweise 215 kW (292 PS). Mit Optimierungen bei der Aerodynamik und effizienteren Reifen mit weniger Rollwiderstand hat Mercedes die Reichweite von zuvor 507 km mit dem EQB-Facelift leicht verbessern können. Beim 250+ beträgt sind es nun464 bis 534 km, beim 300er und 350 4Matic 396 bis 447 km.
Dank der Funktion „Reichweitenüberwachung“ lässt sich die Effizienz zudem weiter steigern, indem man Stromverbraucher wie Bildschirme und Klimatisierung einschränkt oder ganz deaktiviert. Bei Ladestopps kann man mit dem Mercedes EQB Facelift (2024) mittels Plug & Charge ohne zusätzliche Karte, Chip oder App direkt über die Autosoftware bezahlen. Die maximale Ladeleistung ist hier – das ist ein Mako in heutiger Zeit – bereits bei 100 kW erreicht.
Zu den optischen Neuheiten gehört nun auch ein optionaler Black-Panel-Grill – ein Mercedes-Muster mit vielen kleinen Sternchen. Doch damit soll der EQB optisch zu den großen Modellen EQE und EQS aufschließen. Ein neuer Frontstoßfänger soll zudem die Breite des Autos betonen, und auch die Rückleuchten wurden modifiziert. Bei den Änderungen im Innenraum fällt das Lenkrad der aktuellen Generation mit Touch-Bedienelementen auf.
Mit Plug & Charge muss man nur noch das Kabel einstöpseln, und der Ladevorgang startet an kompatiblen Säulen automatisch. Die Authentifizierung erfolgt nicht mehr per App oder Ladekarte, sondern über das Ladekabel. Neu ist auch, dass es für den EQB mit fünf Sitzplätzen erstmals auch eine Anhängerkupplung gibt; die Anhängelast liegt bei 1,7 Tonnen.
Der EQB 250 wird nimmer angeboten. Übrig bleiben damit der Hecktriebler EQB 250+ mit großem 71-kWh-Akku und die beiden Allradler, die in Deutschland mit einer 67-kWh-Batterie auskommen müssen (geänderte Werte gefettet).
GLB mit Elektroantrieb
Der EQB kommt mit großer Front, riesigem Kühlergrill und dem großem, auffälligen Mercedes-Stern.
Im Gegensatz zu den anderen beiden SUVs erhält die Kundschaft hier ein Auto, dass noch mehr wie ein Geländewagen, als wie ein ausschließlich cool anmutender SUV aussieht. Mercedes verzichtet hier auf das Coupeheck und setzt stattdessen auf Praktikabilität. Dem Kofferraum kommt das zugute, 495 – 1.710 Liter passen ins Heck.
Der EQB ist nur noch als Allradvariante erhältlich.
Die Basis des Mercedes EQB, der nicht als Elektroauto mit eigener Plattform entwickelt wurde, bildet der Mercedes GLB, ein SUV mit Benzin- und Dieselmotor. Die Technik und Motoren stammen vom Elektro-SUV Mercedes EQA, Daimlers zweitem vollelektrischen SUV nach dem Erstling EQC.
Aerodynamischere Felgen und wunderschöne LED-Leuchtbändern an der Front- und Heckpartie sind ebenso neu.
Vom Platzangebot bleibt der EQB ein GLB und fällt damit weit geräumiger, luftiger und familientauglicher aus als der kompaktere EQA. Mit vorbildlicher Raumnutzung macht der EQB sogar dem EQC-Konkurrenz. Den erhält man, obwohl er größer ist, nicht mit sieben Sitzen und zum höheren Preis, der bis zu 11.000 Euro über dem des EQB liegt.
EQB mit Alleinstellungsmerkmal
Die elektrische Siebensitzigkeit ist in dieser Klasse ein Alleinstellungsmerkmal.
Mercedes-Benz EQB: Reichweite und Ladedauer
Wer nicht zu schnell unterwegs ist, vorausschauend fährt und häufig die volle Rekuperationsstärke nutzt, spart. Die maximale Bremsenergierückgewinnung erlaubt das Ein-Pedal-Fahren, bei dem die Verzögerung beim vom Gas gehen so stark ausfällt, dass aufs Bremsen mit dem linken Pedal zumeist verzichtet werden kann.
Mit einem doch eher hohen cw-Wert von 0,28 zeigt sich der EQB in einer komplette naderen Liga wie der windschnittige Mercedes EQS mit einem Spitzenwert von 0,20.
An der DC-Säule lädt der EQC am Gleichstromlader in 15 Minuten etwa 150 Kilometer Reichweite. 32 Minuten vergehen, so Mercedes, bis der Ladestand des Akkupacks von 10 % auf 80 % gebracht ist. Beim Laden mit 11 kW Wechselstrom (AC) vergehen 6,25 Stunden, bis der Stromspeicher wieder zu 100 % vollgeladen ist.
Die Kapazität des Akkus beträgt bei beiden zum Marktstart angebotenen Motorvarianten des EQB 66,5 kWh.
Wie erwähnt, sanken die Stromverbräuche etwas gegenüber den bisherigen Versionen, analog dazu stiegen die Reichweiten. So schafft die reichweitenstärkste Version EQB 250+ nun 536 statt 507 Kilometer. Möglich wird dies durch aerodynamische Optimierungen sowie Reifen mit geringem Rollwiderstand.
Den Verbrauch verringern soll auch die neue „Reichweitenmaximierung“. Ist diese Funktion aktiviert, erscheinen Energiespartipps auf dem Touchscreen. Je nach Situation wird auch eine rote Linie am Tacho angezeigt, die dem maximalen Fahrtempo entspricht, bei der ein weiterer Ladestopp vermieden werden kann.
Leistung und Fahrkomfort
Den Unterschied zwischen den zwei Motorangeboten EQB 300 4MATIC sowie dem EQB 350 4MATIC machen die Leistung und die Performance: jeweils 228 PS und 390 Nm Drehmoment oder 292 PS und 520 Nm.
Die stärkere der beiden Antriebsvarianten versprüht deutlich mehr Temperament. Hier befördern die Elektromotoren die 2,2 Tonnen in 6,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Im EQB 300 4MATIC vergehen 8,0 Sekunden. Die knapp 2.700 Euro Aufpreis für den 350er sind also gut investiertes Geld in souveräne Fahrleistungen.
Bei gleichem Verbrauch. Aus den von Mercedes angegebenen durchschnittlichen 18,1 bis 19,4 kWh werden tendenziell alle 100 Kilometer eher 20 bis 25 kWh.
Platz und Praxistauglichkeit
Kompakt gebaut, sieben Sitzplätze, überraschend viel Beinfreiheit auf der Rückbank und viel Kofferraum. So schaut Individualmobilität im Alltag aus!
Auf den Vordersitzen, die wahlweise und ohne Aufpreis als Komfortsitze oder Sportsitze, die mehr Seitenhalt bieten, bestellt werden können, sitzt man auch als großer Mensch sehr gut und genießt eine gute Rundumsicht, weil der EQB relativ senkrecht und mit 1,67 Meter Höhe einen viertel Meter höher als die tiefsten Kombis baut.
Variabler Sitzgenuss
Dahinter ist der Sitzgenuss variabel. Um 14 Zentimeter – so weit lässt sich die als Option bestellbare verschiebbare Sitzbank verrücken. Entweder geht es neun Zentimeter nach vorne oder fünf Zentimeter nach hinten. Entweder steht so auf der Sitzbank mehr Platz für die Beine oder im Kofferraum fürs Gepäck zur Verfügung.
Bereits die vorderste Position ermöglicht den meisten Erwachsenen eine reisetaugliche Sitzposition auf der Sitzbank. In der hintersten Position reisen auch langbeinige Menschen komfortabel.
Im Innenraum tut sich etwas mehr. Auffälligste Neuerung hier: Auch der EQB erhält die aktuelle Lenkradgeneration mit den zwei Doppelspeichen und Touchbedienung. Das altebekannte Touchpad in der Mittelkonsole wird eingespart.
Ein echter Siebensitzer?
Bei 4,68 Meter Länge sollte man sich auf den Sitzen sechs und sieben, die aus dem Kofferraumboden aufschweben, keine Wunder erwarten. Die Notsitze sind bis 1,65 Meter Körpergröße zugelassen. Als kurzzeitige Mitfahrgelegenheit oder Sitze für die grundschulgroßen Freunde des eigenen Nachwuchses taugen sie aber allemal – und genau so sind sie im EQB auch gedacht.
Eine ordentliche Kofferabteilung
Ablagen existieren reichlich. Das Mittelfach samt „Schmetterlingklappe“ zwischen den Vordersitzen erweist sich im Test als überaus praktisch. Die größte Ablage ist wirklich groß. Sind alle hinteren Sitze umgelegt, fasst der EQB bis zu 1.710 Liter – schlichtweg ideal für viel Gepäck.
Reist man zu viert – fünf sitzen bei knapp 1,85 Meter Breite immer etwas beengt um die Schultern –, steht mit 495 Liter Kofferraumvolumen einer längeren Reise nichts entgegen, die auch in diesem Mercedes komfortabel verläuft.
Antrittsstark kommt der EQB in Schwung, der fast 2,2 Tonnen Gewicht. Das Gefühl, souverän, sicher und komfortabel zu reisen, entspannt.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Zuerst kommt Begeisterung auf beim Blick auf die digitale Bildschirmlandschaft, die das Instrumentendisplay und den zentralen Bildschirm in einem Teil verbindet. Dann fordern die vielen Verstellmöglichkeiten auf dem jeweils 10,25 Zoll großen Instrumentendisplay und Zentralbildschirm, an den Sensorflächen am Lenkrad und auf dem Touchpad zwischen den Vordersitzen die Intuition heraus.
Hat man sich daran gewöhnt, geht das Bedienkonzept auf. Das hat viel mit dem Head-up-Display und der Sprachsteuerung zu tun. Das gestochen scharf auf die Frontscheibe projizierende Head-up-Display mit Einstelloptionen in drei Anzeigeabschnitten gehört immer noch zu den besten Systemen auf dem Markt.
Die Sprachsteuerung ebenso. Nach „Hey Mercedes!“ oder „Mercedes!“ werden aus den Befehlen sehr schnell sehr gute Ergebnisse.
Sämtliche relevantenLadestopps auf der Strecke werden samt Ladezeiten und vorausberechnetem Ladestand am Zielort bereits vorberechnet. Von der „Augmented Reality“ (erweiterten Realität) profitiert man im EQB sowieso weiter. Die Frontkamera überwacht vor einer Kreuzung das komplette Umgebungsbild und unterstützt den Fahrer mit am Display deutlich zu erkennenden Richtungspfeilen.
Sicherheit und Schutz
Die tolle Ausstattung enthält serienmäßig Klimaautomatik, Navigationssystem und ein Head-up-Display. Weitere Fahrassistenten wie der Spurhalte-, Toter-Winkel-, Ausstiegs- und Notbremsassistent müssen gar nimmer etra erwähnt werden.
Um die Effektivität der Sicherheitssysteme und die Crashsicherheit muss man sich auch im Mercedes EQB keine Sorgen machen.
Die Sicherheit, für die Mercedes seit Jahrzehnten steht, und die Zahl der Fahrassistenten sind hoch, die Ausstattung aber längst noch nicht komplett – auch typisch Mercedes.
Das Park-Paket mit der 360-Grad-Kamera und die verschiebbare Rückbank sind wunderbar investiertes Geld – nicht zu vergessen die mögliche Siebensitzigkeit.
Fazit
Im Test zeigt zeigte sich der EQB als wunderbarer Gesamtalltagswagen. Mit bis zu sieben Sitzen und seinem großen Platzangebot ist der EQB auch sehr interessant für Großfamilien.
Das Thema Laden ist weitaus ausbaufähig. 100 kW sind hier das Maximum. Und dann wäre da noch der Preis.









































