Der neue Kia EV3 zeigt sich als kantige und kleine Version des EV9.

Der Kompakt-SUV übernimmt das kantige Design von Kias elektrischem Spitzenmodell mit dem Vorteil, in allen historischen Gassen Lissabons durchzupassen. Beide Fahrzeuge stehen auf der sogenannten E-GMP (Electric Global Modular Platform) aus der Federführung von Kia-Designchef Karim Habib.

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Die Kund: innen können zwischen drei Ausstattungslinien wählen: Air, Earth und GT-Line. In der Basis rollt der EV 3 stets auf 17-Zoll-Rädern, optional gibt es aber 19-Zöller. Die GT-Line setzt auf eine etwas markantere Frontgestaltung mit größerem Lufteinlass.

Innenleben & Raum

Obwohl der EV3 mit 4,30 Metern kompakt ist, bietet er einen geräumigen Innenraum. Da Batterie und Antrieb im Unterboden untergebracht sind, ist der Fahrgastraum luftig.

Erwachsene haben vorne dank ausreichender Bein- und Kopffreiheit genug Platz. Gleiches gilt für die vorderen Plätze, nicht zuletzt wegen der offen gestalteten Mittelkonsole. Aus dieser ist ein kleiner mobiler Tisch ausziehbar – sehr praktisch, wenn man bei Ladestopps eine Ablage benötigt.

Der Kofferraum ist mit 460 Litern geräumig und auf 1.250 Liter erweiterbar. Zusätzlich befindet sich unter der Fronthaube ein 25 Liter fassendes Staufach für Ladekabel und Kleinkram.

Einige Kunststoffteile weisen auf den Einsatz von Recyclingmaterial hin, das sich auch im Innenraum in großem Umfang wiederfindet. So fallen im Cockpit verschiedenfarbige Kunststoffoberflächen in der Optik von Recyclingkunststoff ins Auge.

Die Bildschirmlandschaft besteht aus drei Einheiten: einem 12,3-Zoll-Kombiinstrument, einem 5,3-Zoll- Touchscreen sowie einem erneuten 12,3-Zoll-Display für das Infotainment. Das System reagiert ausreichend flott und ist logisch aufgebaut.

Der neue Kia EV3 übernimmt im Stop-and-go-Verkehr vollständig die Führung – die Hände müssen allerdings am Steuer bleiben. Ein weiterer Pluspunkt: Auch wenn sich die Dimensionen des Koreaners gut einschätzen lassen und das Blickfeld kaum eingeschränkt wird, hilft die Toter-Winkel-Anzeige beim Blinken im Kombiinstrument zusätzlich, ein bereits bekanntes System in allen neuen Kias.

Technik

Kia setzt also weiterhin konsequent auf emissionsfreie Antriebe. Ein Schlupfloch für Verbrennungsmotoren ist auch beim EV3 nicht vorgesehen. Dafür stehen drei Leistungsvarianten und zwei Batterieformate zur Auswahl. Letztere gibt es mit 58 oder 81 kWh, die jeweils mit dem 150 kW/204 PS starken Basisantrieb kombiniert werden können.

Für den Einstiegspreis gibt es zwar das Aussehen eines EV 9, aber nicht die 800-Volt-Batterietechnik der E-GMP-Plattform. „Zu diesem Preis wäre das nicht darstellbar“, sagt Kias Europa-Produktmanager.

Anders als seine Geschwistermodelle der EV-Reihe setzt der neue Kia EV 3 auf ein 400-V-Bordnetz. Kia positioniert den EV 3 gegen den Volvo EX 30, Smart #1 und Renault Megane E-Tech. Er lädt mit 424 km die höchste Reichweite in diesem Segment nach. Am Wechselstromanschluss wird mit bis zu 11 kW geladen. Ab 2026 wird auch eine 22-kW-Ladeoption angeboten. Die Allrad- sowie GT-Version folgen in ebenfalls in zwei Jahren.

Wer mit dem Kia auf Campingausflug geht, kann dank der bidirektionalen Vehicle-to-Load-Funktion auf einen Stromanschluss verzichten und dank 220-Volt-Steckdose mit dem Fahrstrom externe elektrische Geräte nutzen und laden.

Auch für die Energieabgabe ins Eigenheim (V2H) und ins Stromnetz (V2G) ist der EV 3 vorbereitet. Die Freischaltung erfolgt nach den regulatorischen Vorgaben in den einzelnen europäischen Ländern. Bereits heute schon ist das Fahrzeug Plug-&-Charge-fähig. An passenden Ladesäulen startet der Ladevorgang nach dem Einstecken des Steckers automatisch.

Streaming und Spiele

Mit dem Digital Key 2.0 wird das Smartphone zum Fahrzeugschlüssel. Der digitale Schlüssel kann mit bis zu sieben Personen geteilt werden. Kia startet beim EV 3 mit integrierten Bezahlmöglichkeiten digitaler Dienste. Den Anfang macht der britische Parkticket-Dienst Parkopedia.

Gegen Ende des Jahres erweitert Kia sein Streaming-Angebot für Ladepausen um Youtube, Disney+ und Netflix. Fünf weitere Spiele des Anbieters Play.Works sind ebenfalls im Infotainment enthalten.

Wendig und agil durch den Großstadtdschungel

Bei unserer Testfahrt rund um Lissabon gibt sich der EV3 unaufgeregt und komfortabel. In und um Lissabon machte sich das Leergewicht von rund zwei Tonnen nur leicht bemerkbar.

Trotz des Vorderradantriebs beträgt der Wendekreis des Kompakten lediglich 10,4 m, was ihn äußerst angenehm agil und wendig macht. 

In 7,7 Sekunden geht es damit flott aus dem Stand auf Tempo 100, zwei Zehntelsekunden schneller ist die gleich starke Version mit kleinerer und damit deutlich leichterer Batterie.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Der EV3 verfügt über ein regeneratives Bremssystem mit vier Stufen, die sich über die Schaltwippen hinter dem Lenkrad einstellen lassen. Im Stadtverkehr erweist sich die dritte Rekuperationsstufe mit One-Pedal-Drive-Funktion als angenehm und praktisch.

Unsere Testrunde führte uns von Cascais entlang der Atlantikküste Norden. Enge und kurvige Straßen hinauf zum Romantikschloss Palácio Nacional da Pena nimmt der EV 3 mit Leichtigkeit.

Nach unserer Fahrt über die hügeligen Landstraßen zurück nach Cascais zeigt die Verbrauchsanzeige exakte 13,9 kWh auf 100 km an – prima!

Die Fahrerassistenzsysteme sind Level 2. Der Autobahnassistent bietet sogar in dieser Klasse bereits einen Überholassistenten: Blinker setzen kann, ohne Blick in den Seitenspiegel und los geht’s, ganz allein.

Die hohe Reichweite von bis zu 605 km erreichen die Ingenieure nicht nur durch die große Batterie, sondern durch aerodynamische Verbesserungen. Trotz seiner kantigen Erscheinung hat der EV 3 einen cW-Wert von 0,26.

Aktive Luftklappen vorne schließen sich ab 80 km/h, um den Luftwiderstand umzulenken. Es helfen auch ein glatter Unterboden sowie eine nach hinter schlanker werdende Karosserie. Ein kleiner Spoiler an der Unterkante des Hecks sorgt für einen sauberen Abriss der Luftströmung.

Kaum da, schon best of

Zeitgleich mit dem Marktstart im November hat der neue Kia-Stromer EV3 den wichtigsten deutschen Automobilpreis gewonnen: Der Kompakt-SUV wurde mit dem „Goldenen Lenkrad 2024“ in der Kategorie „Bestes Auto unter 40.000 Euro“ ausgezeichnet.

„Es ist eine Ehre, diese Auszeichnung zu erhalten, da sie sowohl von der Öffentlichkeit als auch von Branchenexperten anerkannt wird“, sagte Karim Habib, Executive Vice President und Head of Kia Global Design. “Mit seiner einzigartigen Kombination aus Design, Benutzerfreundlichkeit und Technologie ist der EV3 das Ergebnis des Engagements und des Einsatzes unserer Ingenieure, Strategen und Designer bei Kia, nachhaltige Mobilität für alle zugänglich zu machen.“

Kia hat sich beim „Goldenen Lenkrad“ zum Seriensieger entwickelt: Im Laufe von sechs Jahren haben fünf aktuelle Modelle der Marke den Preis gewonnen. Nach dem XCeed (2019, „Bestes Auto unter 35.000 Euro“) und dem Sorento (2020, Kategorie „Große SUVs“) siegten zuletzt drei Kia-Stromer in Folge: der Niro EV (2022, „Kompakte SUVs“), das neue Marken-Flaggschiff EV9 (2023, „Familienautos“) und jetzt der EV3.

„Mit dem Kia EV3 richten wir uns an die breite Masse der Autofahrer und möchten Käuferinnen und Käufer für die E-Mobilität begeistern, die beim Umstieg auf ein Elektroauto bisher noch gezögert haben. Deshalb sind wir besonders stolz auf das ‚Goldene Lenkrad’ in der Kategorie ‚Bestes Auto unter 40.000 Euro’ – denn genau das zu entwickeln, war unser Ziel“, sagte Jong Kook Lee, Präsident und Geschäftsführer von Kia Deutschland, bei der Preisverleihung in Berlin.

„Die häufigsten Bedenken gegenüber Elektroautos entkräftet der EV3 durch seine große Reichweite und kurzen Ladezeiten. Zugleich präsentiert er sich mit seinem innovativen Interieur und dem großen Gepäckraum als ein ebenso komfortables wie praktisches Fahrzeug. Und darüber hinaus punktet er mit wegweisenden Technologien, die nur batteriebetriebene Fahrzeuge zu bieten haben, wie etwa der Vorbereitung für das intelligente bidirektionale Laden.“

Das liebe Geld

Die Preise starten in Österreich bei € 36.840, -. Die 7 Jahre Werksgarantie schließen neben dem Fahrzeug auch die Batterie mit ein. Damit verfügt der EV3 über eine der umfassendsten Herstellergarantien für Elektroautos in Europa. Produziert wird er im AutoLand Gwangmyeong, dem ersten dedizierten Elektrofahrzeugwerk Koreas.

Bildrechte: KIA

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