Unterwegs in der eierlegenden Wollmilchsau Toyota ProAce City Verso
Nun ja, Sau würde ich den Toyota nicht nennen, aber ein Multi-Allround-Talent für die Standard-Anforderungen an ein Auto für Jungfamilien, Shuttledienste oder auch Transportfahrer, die auch mal Personen mitnehmen wollen oder auch Selbstständige oder diverse Dienstleister – die Liste der möglichen Kunden ist lang.
Warum? Weil der ProAce City für jeden stets alles bietet.
Eier.
Klar, er ist kein reines Toyota-Kind, seine Geschwister heißen Citroen Berlingo, Peugeot Rifter, auch der Opel Combo und der Fiat Doblo nutzen dieselbe Plattform. Viele Eier, aber kein faules Ei. Wäre das Konzept um dieses Fahrzeug nicht so gut, würde es nicht so gut funktionieren. Zählt man die Verkaufszahlen aller zusammen, sieht man den wahren Erfolg des Modells.

Milch.
Die inneren Werte: 5 oder 7 Sitze sind im Angebot, im Test konnte der 5Sitzer seine Skills beweisen, in der ersten Reihe sitzen beide sehr bequem, alle Schalter sind gut erreichbar. Die Sitze in der zweiten Reihe haben viel Platz und auch kleine Klapptischchen. Gerade für Familien mit mehreren Kindern interessant: alle drei Sitze in der zweiten Reihe haben ISOFIX-Möglichkeit. Die Kopffreiheit ist überall umfangreich gegeben, die recht aufrechte Sitzhaltung vermindert auch die Müdigkeit auf langen Strecken.

Die Ablenkung beim Fahren durch das Cockpit ist gering, es ist simpel und praktisch. Keine unnötigen Knöpfe oder Informationen lenken den Fahrer ab, das zentrale und nicht milchige Display beherbergt alle Einstellmöglichkeiten, Apple CarPlay und Android Auto sind sowohl via Kabel als auch via Bluetooth mit an Bord. Zwei USB-C Buchsen lassen sich vorne zum Laden benutzen.
Sie wollen schnell den Schlüssel ablegen? Ja wohin denn damit? Die „Becherhalter“ links und rechts sind für 0,5-Liter-Gebinde leider zu klein, aber alles andere findet festen Halt, da sie tief genug sind.
Und über dem Lenkrad hat man noch ein großartiges – im wahrsten Sinne des Wortes! – Fach.
Der Beifahrer hat Zugriff auf das Handschuhfach oben mit viel Stauraum.
Das untere ist mit Handbuch und Co gut genutzt – dazwischen noch eine kleine, aber nicht gesicherte Ablage.

Unter der Multimediaeinheit ist ein Ablagefach für Telefon und Co und es gibt noch das Fach in der Mittelkonsole, wo gefühlt der Inhalt einer unendlich scheinenden Handtasche so mancher Dame auch unterbekommt.
Ach ja, bevor wir es vergessen: Über den Köpfen gibt es quer über das ganze Auto vorne nochmal einen großen Ablageplatz, um Sachen zu verstauen. Wäre ja sonst kein ProAce, welch Frage!
Wolle.
Die Ladeklappe ist phänomenal groß (ja man muss nach hinten Platz haben).
Hinten bekommst du auch aufgrund der niedrigen Ladekante fast alles hochgehievt.
Bemerkenswertes Gimmick: Es kann auch nur die Scheibe geöffnet werden – man kennt das von so manchem hochpreisigen Markenhersteller. Mit rund einer Tonne Nutzlast kann man auch gut einladen, der Urlaub ist gesichert. Genau das werden wir auch noch testen, versprochen!

Außen gefällt der Schnitt – die neuen Leuchten geben ihm einen flotten, aber nicht aufdringlichen Auftritt, das Grün (Chaki) ist eine schmeichelnde Farbe. Auffällig genug, um ihn rasch am Parkplatz zu finden, aber definitiv kein Leuchtstift und trotzdem hebt er sich vom Rest ab. Bei der Außenhaut bekommt man sich also nicht in die Wolle.
Sau.
Wie fährt sich nun dieses alles verpackende Fahrzeug? Der Motor hängt gut am Gas, die Gangempfehlung in der hier gefahrenen Version mit manuellem 6-Gang-Getriebe mag manchmal recht hoch eingeordnet sein, ist aber dem Durchzug auch bei Beladung ausgerichtet. Man kann mit Gefühl und Gehör auch mal ein wenig untertouriger fahren. Die Assistenten sind gut und arbeiten präzise, wie es man sich wünscht. Der Dieselmotor mit seinen 96kW/130PS hat sich im Verbrauch stark zurückgehalten, egal ob nur ein Fahrer oder auch bei 4 Personen – der Konsum hält sich vorbildlich in Grenzen, auch wenn der Normverbrauch wie gewohnt nicht erreicht werden konnte, aber im Alltag sind definitiv unter 6 Litern zu schaffen, mit Zurückhaltung könnte sogar die 4 vorne stehen.
Für den Mini-VAN sind das hervorragende Werte, also alles andere als schmutzig.

Eierlegende Wollmilchsau?
Die Antwort muss sich jeder selbst stellen, aber ich bin mir nahezu sicher, dass es nur wenige Personen geben wird, die ihn nicht als sinnvoll erachten würden/werden.
Vielleicht sprechen wir in Zukunft auch nicht mehr von Getier, sondern fragen uns: Ist das so gut wie ein Toyota ProAce City Verso?













































