Mit dem Toyota Yaris Cross mischt Toyota im boomenden Segment der kleinen SUV mit. Mit Hybridantrieben mit 116 PS oder 130 PS

Allgemein

Nicht nur Geländewagen. Landcruiser, RAV 4, C-HR. Toyota hat Tradition im Segment der SUVs. Schauen wir jedoch genauer hin, bemerken wir die starke und populäre Entwicklung im Bereich der Kleinwägen.

Schicker SUV für die Stadt

Nun steht das 2024 überarbeitete SUV des Yaris, der sogenannte Yaris Cross bei den Händlern. Als Testwagen bekommen wir die Variante Yaris Cross 1,5l Hybrid 130 2WD GR-Sport. Die Sportversion sozusagen.

Obgleich der Zusatz Cross anderes vermuten lässt, ist der Yaris Cross kein bulliger Geländewagen für richtig intensive Offroadfahrten. Ganz im Gegenteil! Er eignet sich viel mehr als höhergelegtes Stadtauto mit kompakten Außenmaßen.

Hintergrund dieser Einordnung? Die ein oder anderen dürften es bereits ahnen: der Yaris Cross ist im Grunde schlicht ein höhergelegter Yaris, also ein sogenanntes „Offroad-Stadtauto“.

Erster Eindruck

Die überschaubaren Außenmaße erleichtern das Fahren in der Stadt, im Kofferraum finden auch größere Einkäufe Platz.

Wenn es um alltagstaugliche Geländewagen geht, war Toyota eigentlich ein Vorreiter. Der RAV4 ist schon lange ein Bestseller der Japaner, lange bevor andere Marken auf den Zug aufsprangen. Nur den Trend der Kleinwagen im SUV-Format hat der Autoriese aus Japan – ja, sozusagen irgendwie – bis dato komplett verschlafen.

Denn: wie es der Name bereits andeutet, basiert unser Klien SUV auf einem, wenn nicht DEM beliebtesten Kleinwagen. Die komplette Technik stammt – wen wundert es? – vom Toyota Yaris. Optisch unterscheidet er sich gänzlich. Aus kuschelig rund wird durch die Einsätze an Schwellern und Radläufen aus Kunststoff ein charmanter Offroader. Auf den ersten Blick nona.

Die Änderungen zum Vorgängermodel halten sich in Summe in Grenzen. Optisch bleibt vieles gleich, neue Felgen sowie zusätzliche Assistenzsysteme sind interessant.  Ein Notfallassistenten, oder eine Tempowarnung beim Überschreiten des Tempolimits.

Diese Herangehensweise lässt sich auf den Toyota Yaris Cross insgesamt umlegen. Dass wir hier vor einer überarbeiteten Yaris-Generation stehen, fällt im Vergleich mit dem Vorgänger nur Profis auf. Dazu zählen wir uns nicht. Immerhin ist der Yaris seit 2022 das meistverkaufte Toyota-Modell in ganz Europa. Allein 2023 wurden europaweit rund 200.000 Einheiten verkauft.

Auch die Fahrzeugdimensionen sind andere. Der Toyota Yaris Cross ist im Vergleich zum Kleinwagen gewachsen. Mit 4,18 Meter ist er ganze 24 Zentimeter als der normale Yaris – das ist fast schon eine ganze Klasse mehr. Und mit einer Breite von 1,77 Meter auch breiter. Das SUV liegt ebenso höher über der Straße und natürlich auch insgesamt höher als der Yaris ohne SUV-Gene. Der Einstieg gelingt dadurch leichter. Genau deswegen sind die aufgebockten Kleinwagen so beliebt.

Die Konkurrenz ist allerdings im Segment der Kleinwagen-SUV wirklich groß, wenn nicht gar riesig.

Wenn es um den Wendekreis des Toyota Yaris Cross geht, macht der kleine SUV eine gute Figur. 10,6 Meter sind ein akzeptabler Wert. Das ist sogar besser als der Kleinwagen Toyota Yaris, der 11,2 Meter benötigt.

Die Bodenfreiheit ist im Vergleich zum normalen Yaris um 30 Millimeter erhöht, womit auch eine höhere Sitzposition einhergeht. Der Einstieg gelingt dadurch recht leicht – für mich im Best Ager eine Wohltat.

In Summe wirkt der Yaris Cross optisch sehr modern und sieht mit seinen mächtig ausgestellten Kotflügeln und den bis zu 18 Zoll großen Rädern aus wie ein Halbstarker, der stolz seine Muskeln präsentiert.

Innenleben Ambiente

Die Vorteile des Toyota Yaris Cross gegenüber dem normalen Yaris zeigen sich direkt beim Einsteigen. Das SUV besitzt mehr Bodenfreiheit und dementsprechend eine höhere Sitzposition. Auch das Dach ist durch die größere Höhe des Yaris Cross weiter vom Kopf entfernt. So passen vorne in das kleine SUV zwei hochgewachsene Erwachsene, ohne sich beengt fühlen zu müssen. Da es sich immer noch um einen Kleinwagen handelt, sitzen sie näher nebeneinander als in der Kompaktklasse. Auf der Rückbank ist es deutlich enger. Die Kniefreiheit ist eingeschränkt, Toyota hat sich hier entschieden, lieber dem Kofferraum mehr Platz einzuräumen.

Im Vergleich zum Yaris bietet der Yaris Cross kaum Platzvorteile. Fahrer und Beifahrer sitzen ziemlich eng beieinander, hinten ist die Beinfreiheit knapp. Dafür hat der Kofferraum im Vergleich zum Kleinwagen deutlich zugelegt. Mit doppeltem Ladeboden sind es bis zu 397 Liter. Die Rückbank lässt sich je nach Ausstattung zwei- oder dreiteilig umlegen und die Kofferraumabdeckung zusammenfalten. Das schafft noch einmal mehr Platz. Der Fahrersitz lässt sich für Personen bis zu einer Größe von rund 1,90 Metern nach hinten schieben – dabei hat man noch ordentlich Platz über dem Kopf. Subjektiv fühlt man sich im Yaris Cross vorne nicht eingeengt. Selbst lange Autobahnfahrten nach Hessen und Thüringen brachten kaum Abbruch.

Im Fahrgastraum werden dickere Scheiben eingebaut, mit zusätzlichen Dämmmaßnahmen ist es nun wunderbar leise.

Das Cockpit des kleinen SUV ist frei von Überraschungen. Hinter dem Lenkrad befinden sich gut ablesbare Instrumente, die nicht mit ausufernden Informationen verwirren. Der Touchscreen lässt sich nach kurzer Gewöhnung gut bedienen, liegt gut im Blickfeld und ist groß genug. Gut auch, dass Toyota die Klimasteuerung noch ganz konventionell über Tasten gelöst hat.

Und: Es gibt sogar ein vollwertiges Head-up-Display für die teureren Versionen, das Infos wie Tempo und Tempolimit direkt in die Windschutzscheibe spiegelt – und nicht auf eine billige Plexiglasscheibe wie bei der Konkurrenz. Kritik verdient die Schaltergruppe etwa für Fernlichtassistent, Lenkradheizung und Heckklappe links unterhalb des Lenkrads, weil die ungünstig tief und nicht im Sichtfeld des Fahrers untergebracht ist.



Wie der kleine Yaris wird der Cross mit dem Toyota Safety Sense versehen, welches verschiedene Assistenzsysteme miteinander kombiniert. Wir reden hier von Abstandsradar, Spurhalte- und Notbremsassistent.

Der Innenraum wirkt erfrischend jung, die Verwandtschaft zum Yaris ist natürlich nicht zu verbergen. Wie dort ist das bis zu neun Zoll große Display (je nach Ausstattung) auf die Mittelkonsole aufgesetzt. Die Verarbeitung ist gut, der Kleinwagenklasse entsprechend gibt es im Innenraum viele Kunststoffe, aber diese sind makellos eingepasst. Im oberen Bereich sind da softe Materialien, weiter unten wird es grobschlächtiger. Für die Sitze stehen Stoff, Teil- oder Vollleder zur Auswahl.

Die Instrumente hinter dem Lenkrad lassen sich gut ablesen und sind nicht mit zu vielen überflüssigen Informationen überfrachtet. Der Touchscreen in der Mitte ist übersichtlich und nach ein wenig Eingewöhnung finden sich hier Mitfahrende gut zurecht. Gegen Aufpreis gibt es ein Head-up-Display, das klassenunüblich die wichtigsten Informationen direkt auf die Scheibe projiziert. Positiv ist, dass Toyota im Yaris Cross bei einer konventionellen Bedienung für die Klimaanlage geblieben ist. Die lässt sich wie gewohnt per analoger Tasten bedienen. Ein Plus: Der Spurhalteassistent lässt sich direkt per Tastendruck ein- oder ausschalten.

Und: es wurde offensichtlich Wert auf einen relativ üppigen Kofferraum gelegt. Alle Koffer passten problemlos rein. Und ja: es waren zwei Frauen dabei…- ihr wisst schon…

Fahren & Technik

Mit einem Gewicht von rund 1,2 bis 1,4 Tonnen ist der Toyota Yaris Cross je nach Ausstattung für ein SUV erstaunlich leicht. Das zeigt sich im Vergleich zum normalen Yaris, der auch bis zu 1,2 Tonnen wiegen kann. Die vergleichbaren SUVs seiner Klasse liegen in einem ähnlichen Bereich. Die Schwächen dieser Motorisierung zeigen sich auf der Autobahn. Hier muss sich der Toyota Yaris Cross ordentlich anstrengen und das treibt den Verbrauch nach oben. Sechs Liter auf 100 Kilometer sind keine Seltenheit.

Ein Sportwagen ist der Toyota Yaris Cross nicht. Immerhin ist das SUV schwerer als der Kleinwagen und bei Tempo 170 ist Schluss. Dafür reagiert das Lenkrad direkt und lenkt auch agil in enge Kurven ein, die Bremsen sind mitunter zu hart dosiert. Auch das Fahrwerk ist für ein SUV erstaunlich hart abgestimmt und wirkt bei Fahrbahnunebenheiten ziemlich polternd.

Da es bei denen Konkurrenten keinen Vollhybrid gibt, lässt sich das japanische SUV nur schwer vergleichen.

Leistung und Fahrkomfort

Mit einem Vollhybrid ist Toyota aktuell allein auf dem Markt. Der 1,5-Liter-Benziner leistet kombinierte 116 PS und ist nur mit einem stufenlosen Automatikgetriebe zu haben. Im Gegensatz zu vielen kleinen SUV gibt es den Yaris Cross auch mit Allrad. Um einen “echten” Allradantrieb handelt es sich aber nicht. An der Hinterachse sitzt ein weiterer Elektromotor. Jener wird zugeschaltet wird, wenn die Räder an Grip verlieren.

Solide Fahrleistungen, aber nicht sportlich

Vollkommen neu ist jedoch der Antrieb. Denn zum 116-PS-Hybridmotor, den es bislang als einzigen Motor gab, hat Toyota nun eine zusätzliche Version mit 130 PS im Angebot. Und jene eben fahren wir. Als Top Variante GR.

Dem aktuellen Toyota wurden sämtliche schlechte Manieren weitgehend ausgetrieben. Lautes Aufheulen beim starken Beschleunigen ? Fehlanzeige!.

Das Drehmoment ist von 141 auf 185 Newtonmeter gestiegen. Die 0 auf 100 km/h Zeit ersprintet der Japaner eine halbe Sekunde schneller als die 116-PS-Version (10,7 statt 11,2 Sekunden).

Das Anfahren mit dem Hybrid geht flott vonstatten, hier kommt der Vorteil des unmittelbar anstehenden Drehmoments des Elektromotors zum Tragen. Das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor funktioniert einwandfrei. Die Automatik arbeitet angenehm und sorgt für fließende Übergänge – das funktioniert alles irgendwie – sehr harmonisch.

Wegen des niedrigen Verbrauchs und des innerorts hervorragend funktionierenden Antriebskonzepts ist man geneigt, dem Yaris seine raue Stimme zu verzeihen. Bei starker Beschleunigung oder hoher Geschwindigkeit bahnt sich der Dreizylinder-Sound seinen Weg in die Kabine – etwas weniger nachdrücklich als bisher, aber noch immer deutlich wahrnehmbar. Im zentralen Aufgabengebiet des Yaris Cross stört das nicht: Innerorts, im Stadtgebiet oder auf Freilandstraßen fährt er meist elektrisch, bei mäßiger Beschleunigung bleibt der Motor angenehm ruhig.

Toyota selbst sagt, dass der effiziente Motor den Wirkungsgrad eines Diesels übertrifft. Toyota gibt einen Normverbrauch zwischen 4,4 und 5,1 Liter Super auf 100 Kilometer und einen CO₂-Ausstoß von 101 bis 116 g/km an.

Unsere Fahrten in der Stadt oder über Land ließen diesen Normwert sogar noch unterbieten. Im Test schafften wir in Summe weniger als 4 Liter. Auf der Autobahn werden es – wir fuhren teilweise zu viert mit vollem Gepäck – 7 Liter Super. Besonders in der Stadt merkt man, wie oft der Benziner Pause hat und der Elektromotor übernimmt.

Wo wir waren und fahren

Heuer hatten wir die Möglichkeit, ganz außerhalb Österreichs zu knipsen und zu testen.

Und ja, wir haben tolle Stadtfahrten unternommen. Handwerksstädte, Fachwerkhäuser. Gar der Besuch des Geburtshauses der Gebrüder Grimm in Steinau an der Straße wurden besucht und fotografiert. moderne trifft auf Antike. Oder so ähnlich. Nicht zu vergessen, meine alte Schule: das ehrwürdige Klostergymnsasium Ullrich von Hutten in Hessen. Gott hab die Seele meines alten Direx sowie meines Musiklehrers selig. Und mögen sie nimmer in Kummer schwelgen ob der tausendfachen Tadel. Nun ja, ich war Heimkind. Da konnte manchmal auch ein Herr Oberstudienrat Dresche erhalten. Geschadet hat es: keinem. Ich schwöre!

Rein elektrisch kann der Toyota Yaris Cross dafür nur auf sehr kurzen Strecken unterwegs sein. Für mehr als vier Kilometer per Knopfdruck reichte es nicht in unserem Test. Seine 0,8 kWh-Batterie ist sehr klein, aber ausreichend genug, um mal eine Zone 30 emissionsfrei zu befahren.

Der Toyota Yaris Cross schafft höchstens eine gebremste Anhängelast bis 750 Kilogramm. Der Camping-Anhänger sollte demnach nicht zu groß und schwer sein. Für wen das ein wichtiger Faktor ist, der sollte sich eher bei der Konkurrenz umschauen.

Sicherheit und Schutz

Der Toyota erreicht insgesamt mit fünf Sternen die Höchstwertung und schnitt auch in den einzelnen Kategorien ordentlich ab. Hier schneiden größere SUV-Modelle häufig schlechter ab.

Positiv fiel auch das Fazit für die Sicherheitsunterstützung aus: Geschwindigkeitsassistenz, Müdigkeitswarner und Notbremssystem sind serienmäßig mit an Bord.

Das liebe Geld

Auf den ersten Blick rangiert der Toyota Yaris Cross preislich am oberen Ende seines Segments. Mit seinem regulären Basispreis liegt er zwar über den vergleichbaren Basismodellen der wichtigsten Mitbewerber. Berechnet man aber Ausstattung und Hybridantrieb mit in die Preiskalkulation ein, dreht sich der Spieß in Richtung Toyota.

Fazit

Klein, praktisch, schick: Toyota ist mit dem Yaris Cross der Einstieg in die SUV-Kleinwagenklasse gelungen. Er bietet zwar nicht so viel Platz wie in der Kompaktklasse, dafür ist der Yaris Cross handlich und wendig, mit einem verhältnismäßig großen Kofferraum.

Einzigartig sind der optionale Allradantrieb und der Vollhybrid – das bietet kein anderes SUV in dieser Klasse. Das dürfte viele ansprechen, die keine Wallbox zu Hause installieren können und deswegen nicht auf einen Plug-in Hybrid oder ein E-Auto umsteigen wollen. Das hat seinen Preis – der Toyota Yaris Cross ist nicht billig – aber durchaus sein Geld wert.

Der Toyota Yaris Cross Hybrid zeigt sich in unserem Test als sparsamer Kleinwagen, der genau das leistet, was er verspricht: Gute Technik, hohe Zuverlässigkeit, wenig Verbrauch und einfache Bedienung. Zu bemängeln gibt es nur wenig.

Der Geräuschkomfort bei hohen Geschwindigkeiten könnte besser sein, die Motorcharakteristik etwas spritziger. Ungeschlagen bleiben die zehn Jahre Toyota Relax-Garantie.

Billig ist er nicht. Aber auch nicht teurer als vergleichbare Hybrid-Mitbewerber.

Und ja, er war der perfekte Begleiter und Lotse für mein Vorhaben in meinen heimatlichen Gefilden. Nächstes Mal nehme ich wieder Thüringer Bratwürschtl, hessisches Roggenbrot, hausgemachte Wurtswaren und Bier mit. Dann schauts aber!

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